MARZAHN Mit guten Stücken und viel Engagement will die "Komödie Marzahn" im Freizeitforum auf sich aufmerksam machen. Ziel ist ein festes Programm, das die Zuschauer anlockt."Die Marzahner sollen nicht erst durch Verkaufsveranstaltungen merken, daß im Freizeitforum ein schöner und großer Saal ist", sagt Norbert Jachmann. Der 50jährige Regisseur der "Komödie Marzahn" hat ein Ensemble mit zum Teil bekannten Darstellern um sich versammelt. Den Anfang hatte die Truppe im Oktober 1993 mit der amerikanischen Boulevardkomödie "Anfängerpech" gemacht, bei der Schauspieler wie Erik S. Klein, Heinz Draehn und Jessy Rameik mitwirkten. Beste Konditionen Mit dem Freizeitforum hat das Theater eine Spielstätte gefunden, dessen Leiter Manfred John als Starthilfe beste Konditionen gewährte: Keine Miete, unentgeltliche Nutzung der technischen Ausstattung. Nur die Zuschauer - die hätte man sich etwas zahlreicher gewünscht. Doch die Erkenntnis, gegen Fernsehen und Geldknappheit anspielen zu müssen, kam für die Theaterleute nicht überraschend.Norbert Jachmann kommt aus Prenzlauer Berg, glaubt aber, sein Marzahner Publikum zu kennen. Bereits vor der Wende hatte er als freiberuflicher Regisseur in Kulturhäusern und Klubgaststätten des Bezirks oft zu tun. Vor allem mit Stücken mit kabarettistischem Einschlag will er Interesse wecken. Bestätigt fühlt er sich durch Horst Gruner und das Kabarett "Die Stachelschweine" sowie Distel-Altstars wie Otto Stark und Heinz Draehn. Sie treten nicht ohne Erfolg regelmäßig im Freizeitforum auf. Jüngstes Resultat der Bemühungen: Nach einer Idee von Heinz Draehn schrieb Distel-Autor Hans Krause eigens für die Komödie die Kabarettposse "Kapitäne bleiben an Bord". Hier spielen unter anderen Helmut Schellhardt, Giso Weißbach, Peter Panhans und Alexander Schäfer - Sohn von Gerd E. Schäfer - mit. Bei der letzten Vorführung Anfang November waren von den rund 350 Plätzen mehr als die Hälfte besetzt. Für Norbert Jachmann ist das ein erster Erfolg. Er hofft auf weitere Theatergänger.Nach seinen Angaben erhalten alle Schauspieler nur eine sehr geringe Gage und haben keine festen Verträge. "Sie spielen mehr aus Enthusiasmus", sagt Jachmann. "Damit sie die Möglichkeit haben, sich durch weitere Engagements den Lebensunterhalt zu sichern, müssen wir alle Rollen doppelt besetzen." 20 Vorstellungen Durch Auftritte in den Randkreisen Berlins und Orten in Ostdeutschland wird die Theaterkasse etwas aufgefüllt. Unterstützung durch Plakatwerbung hat der Kaufhof Marzahn zugesichert. Durch das Sozialamt Marzahn erhofft Norbert Jachmann Zuschüsse für Rentnerveranstaltungen. Gedacht ist auch an einen Förderkreis, der für Sponsoren sorgen soll. "Kapitäne bleiben an Bord" steht bis Ende nächsten Jahres 20mal auf dem Spielplan.Zur Zeit ist der Saal des Freizeitforums aber erst einmal mit der Kinder-Weihnachtsrevue ausgebucht. Ab Mitte Januar wird neben den "Kapitänen" auch das Stück "Anfängerpech" wieder aufgeführt. Derweil schreibt Hans Krause schon an einem neuen Stück für die Marzahner. +++