Eins wusste Nicole Siebel schon als Schülerin genau. Wenn sie erst Abitur haBE, dann werde sie "auf jedenfall ins Ausland", gehen, erzählt sie heute. Ihr Ticket für die weite Welt sollten Sprachen sein. Deshalb sollte "meine Ausbildung Englisch miteinbeziehen". Ursprünglich wollte sie in die Hotelbranche - doch es kam alles ganz anders.Die Hochschulreife in der Tasche machte sich Nicole Siebel auf die Suche nach geeigneten Ausbildungsplätzen. Sie studierte Stellenanzeigen und verglich Angebote. Doch das Richtige war nicht dabei. Schließlich fasste sie einen neuen Entschluss: Fremdsprachenkorrespondentin, fand sie während ihrer Recherchen heraus, passte viel besser zu ihr. Nicole Siebel startete an einer privaten Sprachschule und konzentrierte sich dabei auf die Sprachen Englisch und Spanisch.Teure AusbildungIn Deutschland gibt es öffentliche, wie auch private Träger der Ausbildung, die auch als Zusatzqualifikation angeboten wird. Je nach Vorkenntnissen und Ausbildungsinhalt dauert diese, in vielen Fällen kostenpflichtige Ausbildung, zwischen einem halben und zwei Jahren.Mit dem Diplom der "staatlich geprüften Fremdsprachenkorrespondentin" reiste Nicole Siebel schnurstracks in ihr Traumland England. Dort fand sie eine Stelle in einer Internationalen Investment Bank. "Ein prima Job", freut sie sich heute noch über ihr Glück. Inzwischen ist sie Financial Control Assistant geworden. Die Fremdsprachenkorrespondenin l kann ihre Ausbildung solchen Menschen empfehlen, die mehr erleben wollen als täglich "von acht bis vier" zu arbeiten. Angesichts der schlechten Arbeitsplatzsituation in Deutschland findet sie es fast zwingend, sich einen Weg ins Ausland freizuhalten. Mit der Ausbildung habe man viele Chancen in ganz unterschiedlichen Branchen eine Stelle zu finden.Das liegt vor allem an der stark wirtschaftlichen Ausrichtung des Fremdsprachenkorrespondenten. Ein wesentlicher Unterschied zum Dolmetscher. Dieser beschäftigt sich hauptsächlich mit Übersetzungen. Der Fremdsprachenkorrespondent ermöglicht durch seine Sprachkenntnisse meist erst den mündlichen und schriftlichen Austausch zwischen Geschäftpartnern ganz verschiedener Nationalitäten. Beispielsweise gehören Besuche auf Messen und Austellungen im Ausland ebenso zu den Aufgaben eines Korrespondenten, wie die Präsentation des eigenen Unternehmens auf internationalem Parkett. Er plant unter anderem Konferenzen, sowie Geschäftsreisen. Darüberhinaus bearbeitet er Aufträge aus aller Welt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Betreung auslänischer Gäste.Überwiegend stellen Multi-Nationale Unternehmen Fremdsprachenkorrespondenten ein, wo sie meist im Dienstleistungsbereich und in Im-und Exportbereich arbeiten. Zugangsvorrausetzung sind in der Regel die Mittlere Reife oder ein vergleichbarer Abschluss und natürlich Fremdsprachenkenntnisse.Bewerber sollten sich nicht von fehlenden Stellenausschreibungen irritieren lassen. "Firmen schreiben in den wenigsten Fällen Plätze für Fremdsprachenkorrespondent aus", warnt Matthias Meider von der Industrie- und Handelskammer Hamburg (IHK) vor Fehlern bei der Jobsuche. Wer diesen Beruf erlernt habe, könnne sich auf verschiedene Posten bewerben.Kein Routinejob // Weiterbildung: Die Ausbildung der Fremdsprachenkorrespondenten ist nie beendet. Um den jeweiligen Anforderungen des Arbeitsalltags gerecht zu werden, ist es notwendig, immer über aktuelles Fachwissen zu verfügen. Darüber hinaus muss man sich ständig in Sachen Büroleitung, Korrespondenz, Registratur oder EDV auf dem Laufenden halten.Beratung: Interessenten erhalten Informationen über den Beruf vom Arbeitsamt, von der Industrie- und Handelskammer und privaten Anbietern der Aubildung.Weitere Hinweise im Netz: www. arbeitsamt. de