im Kampf der Geschlechter ist kein Ende abzusehen. Mai führen die Frauen Krieg, mal kehren die Paschas zuruck, mai ist verdächtige Stille in den Schützengräben der Frauen und Männer. FriedrichS. Waiz provoziert mit seiner These, momentan seien die Frauen die Kriegstreiber. Judka Stritimatter sprach mit dem Autor des Buches "Der Frauenkrieg oder Die Verdrängung der Männer.Berliner Zeitung: Herr Walz, wie spüren Sie den täglichen Krieg der Frauen gegen sich?Friedrich B. Walz: Ich lese die Zeitung jeden Tag.Was steht denn da Kriegerisches drin?Es heißt heute nicht mehr, die Frauen seien dümmer als die Männer. Inzwischen steht da, der Mann befände sich auf dem Weg vom Affen zum Menschen. Da sind gekonnt Meldungen untergebracht von Frauenveranstaltungen, Mädchen-Ligen, von Taekwondo-Kursen. Überall spürt man die Diktion der Feministinnen. Die Frauen "voranzubringen", wird zu einer allgemeingültigen Aufgabe der Gesellschaft gemacht.Was haben Sie dagegen?Ach bitte schön, aber es ärgert mich, ständig angepinkelt zu werden. Kürzlich schrieb eine Frauenzeltschrlft, der Mann ist die Ramschware der Natur. Sechs Wochen später, in einer anderen Zeitschrift, wurden Schülerinnen befragt, die sagen, Männer sind doch gar keine richtigen Menschen. Feministinnen tanzen zum Freispruch für die Amerikanerin Lorena Bobbitt, die ihren Mann entmannte, auf den Straßen. Das sind Sachen, die man schon zur Kenntnis nehmen sollte.Wann hat Sie das letzte Mal eine Frau angepinkeit?Sie fragen bestimmt gleich, ob ich Probleme mit Frauen habe. Natürlich habe ich die -- wie auch Frauen Probleme mit Männern haben. Jeder hat Probleme mit anderen. Die Frage ist, wie sensibel man ist, das ernst zu nehmen. Ich habe mich in meinem Buch damit auseinandergesetzt.Trotzd~rn, Sie holen zum Rund" umschlag gegen die Frauen aus. Warum heißt Ihr Buch nicht ~Der Fernin istinnenkrieg"?Die Übergänge von den Frauen zu den Feministinnen sind fließend. Es gibt verschiedene Spielarten des Feminismus; viele Frauen, die mit dem Ferninismus nichts zu tun haben wollen, heimsen dessen Vorteile ein. Die wollen sie auch nicht aufgeben, und deswegen tragen sie den Feminismus mit Schweigen. Sie sind Mitläuferinnen, wie es sie bei den radikalen Weltanschauungen immer gab, ob bei den Nazis oder den Kommunisten.Sie wollen doch nicht den Feminismus mit dem Dritten Reich vergleichen.Selbstverständlich nicht. Aber da, wo der Feminismus sich als Weltanschauung versteht, ist er gefährlich, weil er Intolerant alles seinem Weltbild anpassen will. Tatsache ist doch, daß heutzutage die Männer nicht mehr die Frauen angreifen, sondern die Frauen einen kalten, psychologischen Krieg gegen die Männer führen.Ich kenne nur sehr wenige Frauen, die dagegen auf die Barrikaden gehen. Der Verteilungskampf um Positionen geht weiter, männliches Terrain wird schrittweise von den Frauen erobert.Einige Insider allerdings sehen den Feminismus in der Rezession. Um Alice Schwarzer ist es ziemlich ruhig geworden. Die Feministinnen sind zerstritten, leiden unter Desorganisation, Ost- und Westfrauen finden nicht zusammen. Und mittlerweile haben die von Ihnen beschriebenen feministisch geknechteten Männer sogar eine wachsende Lobby von Frauen hinter sich.Das sind nur einzelne Frauen. Der Feminismus Ist noch lange nicht tot. Und die Frau Schwarzer ist deshalb so leise, weil es gar nicht mehr so interessant ist, eine Quote zu fordern. Das hat sich ja doch alles irgendwie erfüllt. In den Parteien gibt es viele Männer, die ihren Sessel räumen müssen, weil ihn eine Frau besetzen soll. Und die Männer lassen sich das gefallen.Trotzdem schlagen Quotenfrauen die Schneise für alle Frauen, die später einmal kommen werden. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber noch mal zur scheinbaren Schlappe des Feminismus: Heute gehen die Frauen zur Bundeswehr, zur Polizei. ,Im Feri~lien sie*xt man Frauen, die prügeln und schlagen. Die Kinder werden schon früh dem sogenannten Gefühispersonal übergeben, ganz selbstverständlich ist der Kindergarten.Die Institution Familie Ist heiß umstritten. Die Leute denken Immer, dies habe mit Feminismus nichts zu tun. Aber genau das hat der sich immer auf die Fahnen geschrieben. Seine Vertreterinnen staunen selbst, wie schnell sich ihre Ziele größtenteils erfüllt haben. Auch im Fernsehen, diesem gewaltigen Bewußtseins- und Ideologlevermittler, werden eher feministische Standpunkte vertreten als andere.Der Feminismus Ist also nicht tot. Im Gegenteil, schon einige Männer vertreten seine Positionen. Gehen Sie mal in eine Männergruppe, da wird von der Einsamkeit des Mannes geredet -- alles Schlagworte, die aus den Frauenforschungsinstituten stammen.Prügelnde Frauen behagen den Männern offenbar nicht. Aber wo ist der moralische Unterschied zwischen einer prügelnden rrau und einem prügelnden Mann? Es gibt keinen, aber so kann man mit dem Medium Fernsehen Menschen manipulieren. Es werden Frauen als große Konzernherrinnen dargestellt, obwohl es nur ganz wenige gibt. Das hat die feministische Propaganda geschafft. Hut ab!Sie tun so, als ob alle Redaktionsstuben feministisch unterwandert sind. Auch da haben fast immer Männer das Sagen.Die femlnistische Propaganda ist gekonnt gemacht ... Mein Buch soll zeigen, was sich gerade tut und noch passieren wird. Männer sollen sich wieder äußern dürfen. Ich sage nicht, sie sollen zurückschlagen. Sie sollen aber nicht mehr den Schwanz einziehen. Die Frauen wissen zur Zeit doch gar nlcht, woran sie mit den Männern sind.Das klingt so, als ob die Frauen die Macher unserer Gesellschaft sind. Tatsache ist, daß sie Immer noch Minderheiten besetzen, ob mit 5,9 Prozent in den Chefetagen der Wirtschaft oder mit 20 Prozent Im Bundestag. Die Prozentzahlen sprechen für sich.Ja, aber In vielen Organisationen sitzen noch immer Leute aus den APOZelten, die Linke waren und den Peminismus unterstützen, weu sie in ihm einen Ansatzpunkt zur gesellschaftlichen Veränderung sehen. Es ist doch kein Zufall, daß bei den Grünen so viele radikale und engagierte Frauen sind. Der Feminismus ist ja eine Ideologie, die den Kapitalismus aufs Korn nimmt.Sie kennen doch die realen Zustände. Viele Frauen wollen, andere müssen den Spagat zwischen Familie und Karriere machen. Was schlagen Sie denen denn vor?Die absolute Gleichheit kann es nicht geben. Wenn ich Hund und Katze anschaffe, kann es auch nicht danach gehen, wer fängt mehr Mäuse und wer muß esfter spazierengehen, da ist Immer einer benachteillgt.Ich weiß auch nicht, wie man Karriere- und Powerfrau sein kann, die tagsüber schuftet, nachts ausschweifend Ist, trotzdem drei Kinder hat und ein glückliches Leben führt, dabel aber nicht raucht und nicht säuft. Das gibt s nicht.Das Problem ist unlösbar, weil es bislang keinen Vorschlag gegeben hat außer diesem lächerlichen, daß es Tellzeitarbeitspiätze geben muß. Mit Teilzeit kann man keine Karriere machen.Warum müssen alle Frauen Karriere machen? Manche kommen sich schon ganz dumm vor, weil sie keine machen wollen. Viele Frauen wollen Hausfrauen bleiben, fühlen sich als die Tussis und verpfllchtet, unzufrieden zu sein. Hier sollen Menschen nivelliert und gleichgeschaltet werden. Karriere machen doch auch nur die Männer, die Spitzenleute sind oder Glucksritter oder die Beziehungen hatten. ich kenne Frauen, die sind absolut frustriert, weil sie Karriere gemacht haben.Also geht Karriere für Frauen nicht ohne mitabonnierte Neurose. und Beruf und Familie nicht ohne das Gefühl des Oberfordertseins. Was ist mit den Frauen, die alles unter einen Hut kriegen? Attestieren Sie denen auch eine Macke? Neurosen spreche ich keinem zu, außer allen Menschen, wie mir auch. Neulich habe ich im Fernsehen so eine Frau gesehen, eine Vorzeigekarrieristin sozusagen. Die hat alle Frauen öffentlich gewarnt, sie würde aufhören, alles hinschmeißen und ihren Laden verkaufen. Denn der Lebenssinn, der da aufgebaut werden soll, ist ja der, der den Männern immer vorgeworfen wird.Mag sein.Ja, das Ist eine absolute Idealisierung des männlichen Lebensinhalts. Es gibt doch so viele andere. Weisheit, die auch möglich wäre als Lebensziel oder Yoga oder Rosenzüchten. Alles Sachen, die Frauen auch als Lebenssinn haben könnten.Wenn man alles, was die Männer machen, auch für die Frauen zur Norm erhebt, dann fände ich das schade. Wenn auch alle Schiechtig. kelten der Männer dabeisein sollen, dann marschiert die Dummheit. Und Karrierefrauen oder Maehas jammern doch jetzt schon, daß sie keinen Mann finden.Männer fühlen sich von selbstbewußten und erfolgreichen Frauen also nicht angezogen?Ja, mich ziehen auch Frauen an, die selbstsicher sind und Erfolg haben, aber Maehas mag ich nicht. Es gibt zu wenige Männer, die glauben, bei einer Karrierefrau den Respekt eines gleichwertigen Partners genießen zu können. Die werden nicht fertig mit solchen Frauen.Männer werden von Frauen erzogen. Sind die Männer nur das, zu dem wir sie machen?Klar erziehen Frauen die Männer, aber auch mit deren Einverständnis. Frauen sind genauso beteiligt an dem, was wir Menschen heute sind. Aber jetzt halten sie die weiße Weste raus und sagen, wenn die Männer nicht wären, wäre die Umwelt in Ordnung, und es gäbe keine Kriege. Dabei wollen die Frauen doch nur die Rollen umtauschen, sie möchten die gleichen Positionen haben. Es macht mir keiner wels, daß zum Beispiel die Arbeitswelt humaner wäre, wenn Frauen das Sagen hätten. Die wollen auch die höchste Dividende, den höchsten Profit und schmeißen jeden raus, der nichts bringt. Manchmal backen sie nur kleinere Brötchen, weil sie noch nicht an den richtigen Stellen sitzen. Die Frauen sind nicht die besseren Menschen. Nur, die Männer sind nun mal physisch stärkerAber wirklich nur physisch. Jetzt will man den Männern auch eine genetisch bedingte Zerstörungswut anhängen. Was bitte, soll dann passieren? Schwanz ab, kastrieren, alle einsperren oder genmanipulieren? Das Menschengeschlecht ist dazu verurteilt mit dem zu leben, was da ist.Aber wir leben im 21. Jahrhundert, und die Frauen sind nicht mehr nur dazu gut, die Feuerstelle zu bewachen. Das beweisen sie jeden Tag.In 70 bis 80 Prozent der Fälle bestimmen die Frauen, wofür das Geld ausgegeben wird, wohin es in den Urlaub geht, welches Auto gekauft wird. Und die Sekretärin kocht ihrem Chef den Kaffee ... Ganz selbstverständlich.Am 8. März wird kein Kaffee mehr gekocht. Da ist Frauenstreiktag. Ja, viele Frauen werden sagen: "Heute koch, ich keinen Kaffee." Das klingt wie "Nimm mich nicht ganz ernst, heute ist Weiberfasnacht. Wir tun so, als ob wir die Macht hätten." Nun, die meisten Männer werden mitspielen.Andere Männer begrüßen diesen Tag als Möglichkeit der Frauen, auf fortwährende Benachteiligung hinzuweisen. Hans-Jochen Vogel, Gregor Gysi zum Beispiel. Ist ihr gutes Recht, nur leider uneffektiv. Es werden andere Frauen darunter leiden, die nicht mitstrelken wollen.Thema Ostfrauen. Die wollen sich die Hausfrauenrolle, wie sie im Westen vielfach üblich war, nicht überstülpen lassen. In der ehemaligen DDR haben sie Kinder und Beruf vereinbart. Jetzt sind 60 Prozent von ihnen arbeitslos. Radikalfeministische Thesen sind den Frauen in den neuen Bundesländern fremder als ihren Schwestern westlich der Elbe.Pech für die Frauen aus dem Osten ist die Rezession. Denn eigentlich braucht die Wirtschaft die Frauen, sie fördert die Arbeit der Frauen sogar, Frauen werden auch als Konsumentinnen gebraucht.Aber der Wirtschaft geht es schlecht, und das trifft besonders die Frauen. Weil sie eben auch oft eine schlechtere Qualifikation als die Männer habeii. ~lWaruni sich allerding" in der DDR, wo 41" Gleichberechttg~tng ja auch nur auf dem Papier stand, in dem Sinne kein Feminismus entwikkelte, wie wir ihn kennen, weiß ich auch nicht.Vielleicht bedeutet es wirklich die Quadratur des Kreises, die absolute Gleichberechtigung durchzu" setzen.Ja, gut. Wir müssen aber lernen, über unseren Ärger zu sprechen. Keiner meiner Bekannten, der sagen würde: "Nur eine tote Mutter ist eine gute Mutter." Die Feministinnen haben das für den Vater schon gebraucht. Vielleicht denkt sich Ihr Bekannter das aber!Die Gedanken sind frei und die Abgründe der menschlichen Seele tief. Wollen Sie die Frauen vielleicht doch nur warnen vor ungerechten Grabenkämpfen zwischen den Geschlechtern?Ja, aber nicht, weil ich ein guter Mensch bin, sondern weil ich eine Verschlechterung der Lebensquaiität beobachte. Es ist keine Gleichberechtigung, wenn die Frauen die Dummheiten der Männer nachmachen wollen. Emanzipation heißt doch auch, sich freimachen von Abhängigkeiten, die In uns sind. Wenn ich mich ais Frau von meiner Mutter nicht freimachen kann, brauch, ich mit den Männern erst gar nicht anzufangen. Jeder muß Verantwortung für sich selbst übernehmen, es sind nicht immer die anderen Schuld an der eigenen Misere. Wenn sich nur die anderen ändern sollen, dann ist der Schiffbruch einkalkuliert.Restaurant "Golden Giris" in Berlin~Schöneberg.BIOGRAPI4IS~NESFRIEDRICH B. WALZ, 61 Jahre, schrieb vor 25 Jahren sein erstes Buch. Er studierte Betriebs- und Sozialwissenschaft und wurde Diplomkaufmann. Nach einer Blitzkarriere als Manager kaufte er Grundsti3cke und Wohnungen. Es kam die APO und die Ausbildung zum Heilpraktiker und Gestalttherapeut. Weil man sich, so Walz nach eigener Aussage, dem Zeitgeist anpaßt, ist er heute Geschäftsführer einer Softwarefirma.Friedrich B,Waiz Ist seit zwanzig Jahren verheiratet und hat drei Kinder. Er lebt in Bayern. Foto: Peter Erd VerlagFeminismus radikalDer radikale Feminismus ist anti-biologistlsch. Das heißt, wir glauben nicht, daß die Natur des Menschen eine Benachteiligung oder eine Rollenzuteilung rechtfertigt. Weder meinen wir, das Schwarze besonders gut geeignet sind, Weiße zu bedienen oder Rhythmus im Blut zu haben, noch finden wir, daß Juden sich am besten an die Geldgeschäfte halten oder daß Frauen für die Hausarbeit geboren sind. Der Mensch ist frei geboren. Alles was danach kommt, sind Einengungen im Namen der Rasse, der Hautfarbe oder des Geschlechts. Alice SchwarzerKinder werden früh dem sogenannten Gefühlspersonal übergeben. Was soll passieren? Schwanz ab, kastrieren, alle einsperren oder genmanipulieren? Machas jammern jetzt schon, daß sie keinen Mann finden.

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