Dahme-Spreewald. Die B 179 schlängelt sich durch den gesamten Dahme-Spreewald-Kreis. Sie beginnt hier kurz vor Waltersdorf und endet bei Dollgen, wo sie von der B 87 "geschluckt" wird. Sie ist das Bindeglied zwischen dem Norden und dem Süden des Großkreises. Über die Menschen an dieser Strecke, über Alltägliches und Ungewöhnliches, wird die KW-Rundschau in loser Folge einer Serie berichten.Das Schild "Rasten auf dem Bauernhof" zieht Touristen an. Immer mehr halten seit dem 1. Mai 1991 zwischen Waltersdorf und KW in Wüstemark an. Angefangen hat es mit einem Imbißwagen auf dem bäuerlichen Anwesen der Familie Brumm. Da gab es Getränke, am Wochenende auch hausgebackenen Kuchen. Sitzen konnte man nur an der frischen Luft.Inzwischen hat sich viel auf dem Hof getan. "Als wir merkten, daß es regen Zuspruch gibt, haben wir die Scheune ausgebaut", sagt Wirtin Sylvia Büttner. Darin ist die Wirtsstube untergebracht. Hier sitzen die Gäste und genießen die gute Küche.Außerdem bietet der Bauernhof seit einiger zeit vier Doppel- und ein Vierbettzimmer an. Bauarbeiter von nahegelegenen Baustellen übernachten hier. Gelegentlich bleiben aber auch einmal Touristen, um von hier aus in die Hauptstadt zu fahren. Kinder unter den Besuchern begeistert der kleine "Hauszoo". Acht Pferde, einschließlich der Ponys, gibt es hier. Außerdem ein Wildschwein, das schon als Frischling von der Familie Büttner aufgenommen wurde. Darüber hinaus tummeln sich hier Ziegen, Meerschweinchen, Hühner, Enten, Gänse, Pfauen und Fasanen. Manchmal kommen Tiere dazu, wenn jemand seine ungeliebten Haustiere "vergißt". Hunde und Katzen sind das, auch ein Meerschweinchen war dabei. Versorgt werden sie von Sohn Ronny Büttner, der Landwirt werden will. Schließlich gehören zum Bauernhof nicht nur Tiere, sondern auch eigener Acker, Wiese und etwas angepachtetes Land. Manchmal hilft er auch im Lokal aus. Wüstemark, dieser kleine Flecken, ist ein Ort mit Geschichte. Auch über die kann man hier etwas erfahren. Friedrich II. hat mit ausgedienten Soldaten Wüstemark kolonisiert. Vorher war es einfach ein Vorwerk von Waltersdorf gewesen. Heute denkt kaum noch jemand daran, daß hier eine Ansiedlung im 13. Jahrhundert von deutschen Siedlern in Besitz genommen wurde. Sie hieß Gerhardsdorf. Es ist im Landbuch Kaiser Karl IV. als Gerhartstorff beschrieben. 43 Hufen lagen auf der Feldmark. Für drei davon brauchte der Pfarrer keine Steuer zu entrichten. Die Bauern mußten Roggen und Hafer an die Hebungsberechtigten liefern und zwei Schillinge Zins zahlen. Doch erhielten sie auch Geld vom Markgrafen, wenn er Wagendienste und Gerichtsbarkeit beanspruchte. 1450 besaßen die von Schlieben das Dorf. Durch beurkundeten Besitzwechsel ist aus jenen Tagen die Existenz der Feldmark nachgewiesen. Doch die Fläche wurde immer weniger. 1624 tauchte "Gerstof" nicht mehr auf. Vermutlich hat der Dreißigjährige Krieg den Ort ausradiert. Die Wüste Mark jedenfalls wurde im 18. Jahrhundert zu Miersdorf eingemeindet. Sogar die Namen der Bürger, die ihre Pfründe aus dem Dorf bezogen, sind noch in Urkunden zu finden. Selbst der Hof der Familie Brumm ist wird erwähnt. Aus Berlin waren Jacob Gortzyg, Rutger, Nikolaus Sunde und Bernhard Ryke sowie Heyne Beschoren aus Beelitz die Vorgänger der Brumms. Sie betrieben bereits einen Krug. Die "Steuer", die der Krüger entrichten mußte, bestand in Treber und Bier. +++