Das Urteil des Verwaltungsgerichts, das in der vorigen Woche vier Gaststätten im Friedrichshainer Szenekiez um die Simon-Dach-Straße den Biergarten-Ausschank auf 22 Uhr beschränkt, hat Anwohner anderner Wohngebiete ermutigt. Wie der Anwalt Sebastian Bartels mitteilte, bereitet er zurzeit elf juristische Verfahren gegen nächtlichen Kneipenlärm vor. Sechs davon betreffen die Gegend um die Simon-Dach-Straße, wo gegen Ausnahmegenehmigungen für den Biergartenbetrieb geklagt wird. Die anderen fünf Verfahren richteten sich gegen Lärm aus Gaststätten in der Großen Hamburger Straße (Mitte), in der Kopenhagener Straße (Prenzlauer Berg), in der Pariser Straße (Wilmersdorf) und in der Wiener Straße (Kreuzberg). "Das Gerichtsurteil hat Mietern gezeigt, dass man sich durchsetzen kann gegen unzumutbare Belästigungen", sagt Bartels. Aber auch in einigen Ämtern sei eine zunehmende Sensibilisierung für das Problem zu spüren: "Die Kneipen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, und niemand will sie weg haben, aber es geht nicht, dass immer nur die Anwohner zu mehr Toleranz aufgefordert werden."(sk.)