Das musste ja mal so kommen! Schließlich frisiert Udo Walz den Kanzler und die Oppositionsführerin, man hätte also sichere Wetten darauf abschließen können, dass er irgendwann in einem Protokoll des Deutschen Bundestages auftauchen würde. Am Mittwoch passierte es. Katrin Göring-Eckardt, Fraktionschefin von Bündnis 90/ Die Grünen, tat ihm in der Haushaltsdebatte den Gefallen. Warum weiter starr an der Meisterpflicht festhalten, wenn es doch Naturtalente gibt, die auch ohne Meisterbrief erfolgreich sind? Ihr Beispiel: "Laut Auskunft der Handwerkskammer Berlin besitzt Udo Walz keinen Meisterbrief." Der Friseur bestätigt: "Zunächst hatte ich eine Meisterin angestellt, um dem Gesetz Genüge zu tun. Als ich mich von ihr trennte, habe ich eine Prüfung abgelegt." Walz wurde nach der theoretischen und praktischen Prüfung vor der Friseurinnung mit einer Ausnahmegenehmigung in die Handwerksrolle eingetragen, die sonst nur Meister aufführt. Weil er auch eine Ausbildungsprüfung absolviert hat, darf er auch Lehrlinge unterweisen. Der frühere Innungs-Obermeister Hans Buschmann, der ihm geraten hatte, die Ausnahmegenehmigung zu beantragen: "Damit ist Herr Walz einem Meister quasi gleichgestellt." (ank.)BLZ/CHRISTIAN SCHULZ Udo Walz, Friseur