In Berlin bekommen Kinder etwa seit 1920 eine Zuckertüte zur Einschulung. In Sachsen und Thüringen wurden Geschenke zum ersten Schultag bereits zu Anfang des 19. Jahrhunderts "eingetütet". Damals waren es noch einfache braune Papiertüten, die zum Einpacken von Waren benutzt wurden. Wohlhabende Eltern kauften ihren Kindern eine "Tüte" mit vielen verschiedenen Süßigkeiten beim Konditor. Gefüllt waren sie mit Marzipan, Konfekt, feinem Gebäck und anderem Naschwerk - daher entstand im Volksmund schnell der Begriff "Zuckertüte". "Es fiel mir zwar unlieb auf, dass nicht alle Kinder mit einer Gabe bedacht wurden und dass diese Kinder trübselig dreinschauten, doch machte ich mir als Glückspilz über diese ungleiche Güterverteilung keine weiteren Gedanken", erinnert ein Dresdener in Aufzeichnungen des Berliner Schulmuseums an seinen ersten Schultag 1849.In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schenkten auch Eltern aus ärmeren Bevölkerungsschichten ihren Kindern Zuckertüten. Sie waren kleiner und eher mit Milchsemmeln, Plätzchen, Pfefferkuchen, Rosinen gefüllt. Schokolade, die sehr teuer war, gab es kaum. Schon damals bekamen die Schulanfänger aber auch nützliche Geschenke wie Stifte, Kreide, Schulutensilien und sogar Schürzen oder Holzpantoffeln mit in die Tüte.Einige festliche Traditionen zum Schulanfang sind aber noch viel älter als die Zuckertüten. So begann in vielen deutschen Städten das Schuljahr mit dem "Gregoriusfest" eine Woche vor oder nach Ostern. Lehrer und Schüler zogen durch die Stadt, holten die Schulanfänger ab und sammelten im Dorf Gaben für sie ein. Ein Bericht aus Görlitz von 1579 beschreibt, dass damals vor jedem Abc-Schützen ein Mann mit einer bunt geschmückten und mit Süßigkeiten behängten Stange schritt. Nach dem Umzug durften die Schüler sie aufessen. In anderen Städten empfing der Schulmeister die "Neulinge" auch mit Brezeln, die es immer vor Ostern gab.Die Eltern und Lehrer erzählten den Kindern unterschiedlichste Geschichten über die Herkunft der Zuckertüten. Weit verbreitet war die Legende vom "Zuckertütenbaum", der auf dem Boden oder im Keller des Schulhauses steht. "Abends gossen die Schulanfänger, wenn sie unbeobachtet waren, aus den verschiedensten Gefäßen Wasser durch das Kellerfenster, damit der Zuckertütenbaum ja gut wachse", erinnert sich ein Thüringer Lehrer an das Jahr 1949.Spiele aus früheren Jahren werden am Sonnabend ab 13 Uhr und am Sonntag ab 10 Uhr auf dem Schultütenfest im FEZ Wuhlheide gespielt."Es fiel mir unlieb auf, dass nicht alle Kinder mit einer Gabe bedacht wurden. " Ein Schulanfänger im Jahr 1849