Die einen planen eine Savannenlandschaft, andere ein Wiesenmeer oder einen Aussichtshügel. Sechs Entwürfe sind beim Wettbewerb für die Gestaltung der geplanten Parklandschaft auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhofer Feld in die engere Wahl gekommen. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher stellte sie gestern vor. "Das Ergebnis hat gezeigt, dass kein Entwurf alle Aspekte der Auslobung erfüllen kann", sagte Lüscher. Insgesamt waren 78 Vorschläge eingereicht worden. Aufgabe war es, trotz knapper Kassen einen städtischen Park zu entwerfen, der naturnah und "ästhetisch anspruchsvoll" ist.Bei allen sechs ausgewählten Entwürfen bleibt die Weite des Feldes bestehen. Mehrere Teilnehmer schlagen vor, Pflanzen auf dem Feld anzubauen, die für die Produktion von Bio-Diesel verwendet werden können. Bei der Gestaltung der Grünfläche unterscheiden sie sich.Wenig spektakulär, aber durchaus realistisch ist der Vorschlag des Teams Topotek 1 Landschaftsarchitekten und Dürig Architekten aus Berlin und Zürich: Sie wollen das Flugfeld zu einer Stadtsavannenlandschaft gestalten. Die Weite des Feldes soll dabei durch einzelne Baumgruppen unterbrochen werden. Um die Pflegekosten zu minimieren, wollen die Planer "Schaf- und Pferdeherden" als Rasenmäher einsetzen. Ähnlich sieht das Konzept der Berliner Landschaftsplaner Böhm Benfer Zahiri aus. Sie wollen das ehemalige Flugfeld zwar nicht als Savanne, aber als Wiesenmeer erhalten. In Anlehnung an den Begriff Wiesenmeer sollen unter anderem Pontons entstehen, worunter die Planer Flächen für Gastronomie, Werkstätten oder Ateliers verstehen.Das Team der Landschaftsarchitekten Capatti Staubach und des Architekten Christoph Mayer aus Berlin teilt das Flugfeld in drei Bereiche: zwischen den Landebahnen soll ein Naturpark entstehen, eine Fläche ohne Freizeitnutzung. Nördlich der Rollbahnen ist ein Landschaftspark mit einem Aussichtsberg vorgesehen, an dessen Südseite eine große Liegewiese entstehen soll. Südlich der Rollbahnen wollen die Planer einen Agrarpark anlegen, wo Pflanzen für die Produktion von Biodiesel wachsen.Die aus Dresden kommenden Planer Rehwaldt und Rohdecan schlagen ein spiralförmiges neues Netz von Wegen rund um die Parklandschaft vor. Fußgänger, Radler und Inline-Skater könnten hier auf eigenen Wegen fahren und damit einander ausweichen, sagte Lüscher. Das Büro der Landschaftsarchitekten Gross.max aus dem schottischen Edinburgh hat erkannt, dass Berlin kaum Geld für seinen Park hat. "Mehr Park für weniger Geld", lautet denn auch ihr Motto. Sie wollen auf dem Tempelhofer Feld unter anderem eine Baumschule anlegen. Außerdem planen sie eine Samenbank für Wildblumen. Für die Finanzierung des Parks haben die Schotten einen besonderen Vorschlag: Vielflieger könnten ihn über eine freiwillige Kohlendioxid-Abgabe bezahlen, regen sie an.Ein Team aus dem Landschaftsplanerbüro Base aus Paris und dem Architekturbüro Another aus Berlin schlägt einen "Airpark" für Tempelhof vor. Darunter verstehen sie eine Mischung aus Airport und Park. In dem Airpark könne man zwar nicht in ein Flugzeug einsteigen, so die Planer, aber eine Reise antreten: in die Luft über Plattformen und Aussichtstürme.Die sechs ausgewählten Entwürfe sollen am 28. und 29. August im Flughafen Tempelhof mit Bürgern diskutiert werden. Anschließend dürfen die Planer ihre Entwürfe überarbeiten. Im Dezember fällt die Entscheidung, welcher Plan realisiert wird. 60 Millionen Euro darf der Park kosten. Die ersten Arbeiten sollen 2012 beginnen. Zur Internationalen Gartenschau 2017 soll ein Großteil des Parks fertig sein.Die CDU kritisierte gestern, dass es nach wie vor keine Perspektive für das Tempelhofer Feld gebe. Die Grünen mahnten an, dass das Areal einen Namen brauche. Wenn die Fläche ein Feld bleibe, sollte man es so nennen. Ansonsten könnte es der Park der Luftbrücke werden.------------------------------"Die Gestaltung des Tempelhofer Feldes ist eine Jahrhundertchance, um die uns viele Städte beneiden." Regula Lüscher, SenatsbaudirektorinFoto: Wiesengräser sollen für die Produktion von Biokraftstoff genutzt werden, schlagen die Landschaftsarchitekten von Gross.max aus Schottland vor.Foto: Das ehemalige Flugfeld soll als Wiesenmeer erhalten bleiben, meinen die Berliner Planer des Büros "bbzl Böhm, Benfer und Zahiri".Foto: Einen 25 Meter hohen Aussichtshügel planen die Landschaftsarchitekten Capatti Staubach und der Architekt Christoph Mayer aus Berlin.Foto: Der Park könnte für Flugversuche mit kleinen Ballons freigegeben werden, regt das Planerbüro Rehwaldt und Rohdecan aus Dresden an.Foto: Eine Stadtsavanne mit Baumgruppen schlägt das Team Topotek 1 und Dürig Architekten aus Berlin und Zürich vor.Foto: Einen Airpark planen die Büros Base (Paris) und Another (Berlin). Die grünen Flecken heißen Satelliten, dort sollen unter anderem Ballons starten.