Die Gedenktafel für politisch, rassisch und religiös Verfolgte während des Nationalsozialismus wird auf dem Gelände des Hauptzollamtes in Moabit wieder aufgestellt, teilte gestern der Präsident der Oberfinanzdirektion Berlin (OFD) Ingo Trendelenburg, gegenüber der Berliner Zeitung mit.Grundsätzlich wurden gegen die Tafel überhaupt keine Einwände bestehen. Lediglich der Standort stehe noch nicht fest. Der Ort, an dem die Tafel am Donnerstag vergangener Woche aufgestellt und schon am Freitag vom Bezirk wieder abmontiert wurde, gehöre zum Gebiet, das von der Bundesregierung bebaut werde, so Trendelenburg. Da noch nicht feststehe, wo welche Gebäude gebaut werden, wollte er durch eine nochmalige Abstimmung sichern, daß die Tafel wegen Bauarbeiten nicht umgesetzt werden müsse. "Die Diskussion, die ich für später verhindern wollte, ist leider jetzt eingetreten", räumt der OFD-Prasident ein.Wie berichtet, sollte die Gedenktafel am kommenden Freitag auf dem Grundstück, das der Bundesregierung gehört, eingeweiht werden. Dort befand sich während der NSZeit die Vermögensverwertungsstelle bei der Oberfinanzdirektion Berlin-Brandenburg. Der Tafeltext enthalte einen sachlichen Fehler. Es sei nicht richtig, so Trendelenburg, daß die Vermögensverwertungsstelle das Eigentum von Nazi-Verfolgten eingezogen hat. Dafür sei beispielsweise die Gestapo zuständig gewesen, die anschließend die Unterlagen an die Behörde übergeben hat.Morgen wollen Vertreter der Bundesministerien für Finanzen und Bauwesen, des Bezirks und der Jüdischen Gemeinde den endgültigen Standort und einen neuen Termin für die Enthüllung der Gedenktafel miteinander abstimmen.