Der Wunsch ist nicht neu: Schon seit den achtziger Jahren möchte die Leitung des Deutschen Technikmuseums die alte Ladestraße des ehemaligen Anhalter Güterbahnhofs gerne als zusätzliche Ausstellungsfläche nutzen. "Ein optimaler Ort, um Autos, Straßenbahnen oder Maschinen aus der Nachrichten- und Kommunikationstechnik zu präsentieren", sagt Museums-Sprecherin Maria Borgmann. Nun könnte der Wunsch tatsächlich in Erfüllung gehen. Nach eigenen Angaben verhandelt das Museum derzeit mit privaten Firmen, die das Vorhaben finanzieren könnten. Namen potenzieller Investoren will die Museums-Leitung mit dem Hinweis auf die laufenden Verhandlungen nicht nennen. "Noch ist nichts beschlossen", sagt Borgmann. Sollten die privaten Mittel fließen, will die Museumsleitung das Bahnhofsgebäude und die Lagerhallen wieder herrichten. Die alte Ladestraße - sie beginnt am Landwehrkanal und verläuft parallel zur Möckernstraße - könnte überdacht werden. "Auf den Flächen würden wir Bestände aus Lagerbeständen ausstellen", sagt Borgmann. Damit sparte das Museum die Miete für seine Außendepots. In der Einigung mit den noch geheim gehaltenen Sponsoren sieht die Museumsleitung die einzige Möglichkeit, solche Pläne zu verwirklichen. "Der Senat würde das nie finanzieren", sagt Museums-Sprecherin Borgmann.Doch auch mit finanzieller Rückendeckung privater Sponsoren ist keineswegs sicher, ob das Museum seine Vorhaben umsetzen kann. Denn die Eisenbahn Immobilien Management (EIM), der das Grundstück gehört und die es für die Deutsche Bahn vermarkten soll, hat andere Pläne. Nach ihren Vorstellungen sollen hier Wohn- und Geschäftshäuser entstehen. Die alten Hallen an der Ladestraße sucht man in den Planskizzen der EIM vergeblich. Für das Museum sieht das EIM-Konzept lediglich einen relativ kleinen, dafür aber mehrgeschossigen Neubau vor. Die Museumsleitung lehnt dies ab. "Wir haben tonnenschwere Exponate. Eine Straßenbahn können wir nicht in obere Stockwerke hieven", sagt Museums-Sprecherin Borgmann.Anwohner und Bezirksamt können sich weder für die Museums- noch die EIM-Pläne begeistern. Sie wollen auf dem Areal eine möglichst große Grünfläche als Ersatz für die Neubauten am nahe gelegenen Potsdamer Platz. Vor wenigen Wochen legten Anwohner für den seit langem geforderten Park symbolisch einen Grundstein. Am 12. Oktober wollen Bezirk, Senat und Museumsleitung erneut über die Planungen für das Areal beraten.Sollte die Museums-Leitung bei dem Treffen einen finanzkräftigen Partner präsentieren, könnten auch die Planungen, den alten Anhalter Güterbahnhof für das Museum zu nutzen, neue Unterstützung finden. Die aktuellen finanziellen Probleme des Museums sind dagegen noch immer ungelöst - etwa die Zukunft des Neubaus am Landwehrkanal. Zwar soll der Museumsbau, an dem der weithin sichtbare Rosinenbomber hängt, im Frühjahr fertig werden. Doch wann die Ausstellungsräume geöffnet werden, ist ungewiss. "Uns fehlt das Geld für die Innenausstattung", sagt Museums-Sprecherin Borgmann. Auch die personelle Ausstattung ist noch nicht gesichert. Von 26 beantragten zusätzlichen Stellen hatte der Senat keine einzige genehmigt. "Wir hoffen, Mitte nächsten Jahres öffnen zu können", sagt Sprecherin Borgmann. "Sicher ist das aber nicht."Doppelte Ausstellungsfläche // Mit 330 000 Besuchern pro Jahr gehört das Deutsche Technikmuseum am Landwehrkanal bundesweit zu den meist besuchten Museen.Der Neubau soll die Ausstellungsfläche von derzeit 12 000 Quadratmetern verdoppeln. Später möchte das Museum auch den alten Anhalter Güterbahnhof nutzen.Im Altbau des Museums in der Trebbiner Str. 9 ist die Ausstellung dienstags bis freitags von 9 bis 17. 30 Uhr, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet.BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER Der Neubau des Deutschen Technikmuseums am Landwehrkanal: Die Finanzierungsprobleme sind noch ungelöst.