Deutschland hat einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Endrunde der Fußball-Europameisterschaft 1996 in England getan. Das schwere Auswärtsspiel in Tbilissi wurde gegen Georgien mit 2:0 gewonnen. Beide Treffer erzielte Kapitän Jürgen Klinsmann noch vor der Pause.Es war gut eine Stunde vor Mitternacht, als sich in der deutschen Delegation im nächtlichen Tbilissi vor allem Erleichterung breit machte. Der Weltmeister von 1990, entthront im Vorjahr in den USA ausgerechnet vom bisher souveränen Gruppengegner Bulgarien, hatte seine Pflicht erfüllt.Vor dem Spiel bewegten Bundestrainer Berti Vogts mehr Fragen und Probleme denn je. Ohne seinen Antreiber, den an der Achillessehne verletzten Matthias Sammer (ohne Matthäus sowieso), war sich der kleine Mann aus Korschenbroisch überhaupt nicht sicher, wie sein Team in der georgischen Hauptstadt bestehen kann. Bei einem Gegner, der zuletzt die Profis aus Wales mit 5:0 vom Rasen gefegt hatte und der äußerst ehrgeizig war.Dazu kam die Formschwäche von Mittelfeldmann Thomas Häßler, der in der Bundesliga beim Karlsruher SC zur Zeit mehr Mit-statt-Dauerläufer ist. Vogts entschied sich schließlich für Basler und seit langem einmal gegen den kleinen Häßler. Der Bremer Basler, seit Wochen in Hochform, rechtfertigte dann auch seinen Einsatz von Beginn an.Der deutsche Kapitän Jürgen Klinsmann war es, der den 75 000 Zuschauern den Abend recht schnell verdarb. Mit seinen beiden Treffern, vor allem dem 2:0 unmittelbar vor der Pause, nahm er die "Luft" aus dem Spiel. Es wurde merklich ruhiger in der Riesen-Arena, die schon Stunden vor Spielbeginn fast gefüllt war und in die noch Tausende nachströmten. Die Georgier mit dem Berliner Tennis Borussen Rewad Arweladse, boten bei weitem kein schlechtes Spiel, scheiterten aber an der meist sicheren deutschen Abwehr.Kapitän Jürgen Klinsmann blieb dann auch wie immer kritisch: "Mit diesem Ergebnis können wir zufrieden sein, denn das Spiel war nicht einfach. Wir haben noch Probleme dabei, technisch beschlagene Mannschaften permanent unter Druck zu setzen. Da hapert`s noch. Mein Nebenmann Heiko Herrlich hat sich bei seinem Debüt abgerackert, war aber etwas unglücklich im Abschluß."Auch Bundestrainer Berti Vogts, dem die Erleichterung über den am Ende doch ungefährdeten Erfolg natürlich anzumerken war, sagte auch Kritisches: "Ich bin mit dem Sieg zufrieden. Allerdings müssen wir uns noch erheblich steigern, wenn wir in unserer Gruppe Erster werden wollen." Auch mit Heiko Herrlich, dem 32. Neuling unter seiner Regie, war er zufrieden: "Er hat gut gespielt, Wunderdinge konnte man von ihm nicht erwarten."Georgien: Dewadse, Zchadadse, Rewischwili, Schelia, Tschichradse, Gogitschaischwili, Kudinow, Kinkladse, Dschamarauli ( ab 63. Gogritschiani), Rewas Arweladse (ab 77. Kawelaschwili), Schota Arweladse.Deutschland: Köpke, Helmer, Kohler, Babbel, Reuter, Eilts, Weber (ab 46. Freund), Basler, Möller, Klinsmann, Herrlich.Schiedsrichter: Bodenham (England); Zuschauer: 75 000; Tore: 0:1 Klinsmann (24.), 0:2 Klinsmann (45.); Gelbe Karten: Weber, Freund, Kohler, Babbel. +++