Suppe: Beruhigend, dass der hölzerne Werbespot ("Kraft in den Teller, ,Knorr' auf den Tisch") niemandem geschadet hat. Weder dem Ruf der Tütensuppe, noch dem von Franz Beckenbauer. Beckenbauer isst tatsächlich gerne Suppen. Ihm gefiel es, wenn seine Mutter zu Hause Gäste empfing und Suppe servierte. Was er nicht mochte: Suppenkasper genannt zu werden. Das traute sich der Torhüter Uli Stein bei einer WM zu sagen, der DFB schickte ihn nach Hause.Biografie: Fast unbeachtet blieb das kleine Büchlein "Wie Kaiser Franz das Fußballspiel erfand". Das Pixi-Buch erschien 2006, Thomas Krüger schrieb den Text, Jörg Mühle zeichnete die Bilder. Der Inhalt: Kinder streiten um einen Ball, ein kleiner Kaiser legt Spielregeln fest und überwacht sie. Er wird zum Herrscher des Spiels. Wie Beckenbauer, der als Funktionär großen Einfluss hat.Höchstleistung: Manch einer hat sich blamiert an der ZDF-Torwand, Beckenbauer nicht. Ihm gelang der kurioseste Treffer. Während einer Meisterfeier des FC Bayern München lag der Ball auf einem Weißbierglas, Beckenbauer traf trotzdem.Kaiser: Doch, es gab noch einen anderen wichtigen Kaiser in der Bundesrepublik neben Franz Beckenbauer. Den Versicherungsvertreter der Hamburg-Mannheimer, immerhin die dienstälteste Werbefigur des Landes.Erziehung: Ein moderner Vater ist er lange Zeit nicht gewesen. Über die drei Kinder seiner ersten Ehe hat er gesagt: "Irgendwann waren die so groß wie ich und ich musste fragen, wo die auf einmal herkommen." Die jüngste Tochter kommt jetzt in die Schule. Das erlebt er bewusst. "Was glauben Sie, was bei uns zu Hause für eine Aufregung herrscht", sagte er.Schau'n mer mal: Die Redewendung besagt, dass man abwarten soll, bevor man sich entscheidet. Beckenbauer hat sie populär gemacht und erklärt, warum er sie oft benutzt: "Ich kann ja keine Entscheidung treffen, wenn ich noch unsicher bin."Sommermärchen: Mit Ehrgeiz und seinen Kontakten holte er die WM 2006 nach Deutschland. Und verpasste kaum ein Spiel. Er war ständig im Hubschrauber unterwegs.Heimat: Aus Steuergründen lebt Beckenbauer in Österreich, genau im Salzburger Land. Zuvor wohnte er in Oberndorf (Tirol) am Kaiserweg. Der wurde aber nach dem Wilden Kaiser benannt, einem Berg.Film: "Libero" hieß der Film aus dem Jahre 1973, in dem Beckenbauer sich selbst spielte. Günter Netzer sagte dazu: "Einer der schlimmsten Filme, die ich kenne."Familie: Die Ursprünge hat Beckenbauer erforscht und kann sich dadurch einiges erklären: "Das waren lustige Familien, alles uneheliche Kinder. Wir sind dabei geblieben."Weisheit: Den Trubel, der um Fußball und um seine Person gemacht wird, hat Beckenbauer nie verstanden. Schon 1997 überraschte er mit der Erkenntnis: "Mir geht das Fußballgeschäft oft auf die Nerven. Ich denke an Konfuzius, der gesagt hat: ,Fasse die Sorgen des Tages zusammen auf eine halbe Stunde und in dieser Zeit mache ein Schläfchen.'"Texte: Martin Farber, Jörg Hunke, Maik Rosner------------------------------Foto: Ein kleiner Kaiser als Fußball-Weltmeister