Kiel/Berlin. Die SPD im Bund, in Schleswig-Holstein und Hamburg hat die jetzt gestorbene frühere Kieler Bildungsministerin Eva Rühmkorf als engagierte Frauen- und Bildungspolitikerin gewürdigt. Die Sozialdemokratie habe Rühmkorf viel zu verdanken, sagte der Vorsitzende der Bundes-SPD, Sigmar Gabriel, am Mittwoch in Berlin. «Wir werden sie nicht vergessen und als kämpferische und überzeugte Genossin und liebenswerte, herzliche Frau in Erinnerung behalten.» Sie habe der SPD mehr als 40 Jahre angehört und sich einen Namen als engagierte Frauenpolitikerin gemacht.

Auch der schleswig-holsteinische Landeschef Ralf Stegner erinnerte am Mittwoch an die «überzeugte und kämpferische Sozialdemokratin, die in Schleswig-Holstein, Hamburg, aber auch darüber hinaus viel bewirkt hat». Sie habe es sich nie bequem gemacht bei ihrer politischen Arbeit: «Als bundesweit erste Frauenbeauftragte musste sie bei ihrem Kampf für mehr Gleichberechtigung und gegen überkommene Rollenbilder gegen erhebliche Widerstände ankämpfen.» Auch in der Bildungspolitik habe sie im Kabinett von Björn Engholm viel bewegt und einen Paradigmenwechsel in der Schulpolitik im Norden eingeleitet.

Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Hamburg (ASF) trauert ebenfalls um Rühmkorf. Sie habe zu den wenigen Frauen ihrer Generation gehört, die Politik erfolgreich zu ihrem Beruf machten, sagte die ASF-Vorsitzende Gabi Dobusch. «Wir verdanken Eva Rühmkorf viel.»

Eva Rühmkorf war in der Nacht zu Dienstag im Alter von 77 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Sie wurde 1979 in Hamburg die erste Leiterin einer Gleichstellungsstelle in Deutschland und war später Staatsrätin und Ministerin in Kiel. Von 1988 bis 1992 gehörte sie dem Kabinett Engholm als Ministerin für Bildung und Wissenschaft sowie für Bundesangelegenheiten an. (dpa/lno)