Was verbinden wir mit dem Valentinstag? Nun, es gibt da eine ganze Reihe von Horrorfilmen. Und das Chicagoer "Massaker am Valentinstag" natürlich. Mit einem neuen Ensemblefilm will uns der "Pretty Woman"-Regisseur Garry Marshall allerdings weismachen, es ginge an diesem grausigen Datum um die Liebe. Die soll ja gelegentlich die Sinne vernebeln. In der erstaunlichen Besetzungsliste finden sich Julia Roberts, Jessica Biel, Ashton Kutcher, Jamie Foxx und ein paar noch viel bekanntere Leute. Wer das Thema nicht mag, kann sie fortan auch als Steckbrief benutzen und von seiner persönlichen Lieblingsliste ein paar Favoriten löschen.Es ist kein guter Film. Die Figuren und ihre Rollen aufzuzählen, wäre vergebliche Liebesmüh. Loser Angelpunkt ist ein Floristikunternehmen, das an diesem Tag sehr viel zu tun hat. Ashton Kutcher trägt eine lächerliche rosarote Floristen-Uniform und soll das bitte fortan in jedem Film tun, zur Kennzeichnung. Zu Beginn sind sehr viele Paare glücklich verheiratet oder sonstwie zusammen. Anträge werden gemacht und Ringe angenommen. Diese erste Hälfte ist sehr schwer zu ertragen, da dürften sich Singles und alle anderen einig sein. Es sieht alles aus nach einem Film für Leute, die - das klingt jetzt ein bisschen pathetisch - keine Filme brauchen. Ja, es ist ein Horrorfilm.Die Lage bessert sich dann schlagartig, weil sich eigentlich sämtliche der glücklichen Beziehungen als krasse Lebenslügen herausstellen. Shirley MacLaine gesteht ihrem Gatten eine Jahrzehnte zurückliegende Mini-Affäre, das dumme Ding. Als echter Liebesprofi weiß Marshall, dass zuviel Romantik der Beziehung zum Zuschauer nicht gut tut. Nach dem Vorbild des ziemlich wundervollen britischen Ensemblefilms "Tatsächlich Liebe" - selbst eine mittelmäßige Working-Title-Komödie überragt alle anderen um Längen - versucht sich Marshall nun an der Kombination von Schmalz und Ironie. Zu diesem Zweck wird eine "Ich-hasse-Valentinstag"-Party ausgerichtet, zu der tatsächlich die halbe Besetzung erscheint. Man kann dort mit einem Baseballschläger auf ein rosa Plüschherz einschlagen. Danach werden Fotos ehemals oder immer noch Geliebter rituell verbrannt. Wahre Romantiker - es ist doch ein sehr emotionales Thema - werden sich von solchen Manövern allerdings nicht täuschen lassen. Die Regeln sind bekannt: Wenn zwei Menschen ein überproportionales Maß an "Screen-Time" miteinander verbringen, gehören sie zusammen, und jede Verlobung entpuppt sich als fürchterlicher Irrtum. Ist das erkannt, kommt es zur obligatorischen Flughafenszene. Nein, die romantische Komödie wurde mit "Valentinstag" nicht neu erfunden. Zum Glück ist der Ensemblefilm naturgemäß ein promiskes Format: Man muss es mit keiner Figur lange aushalten. Was immer der Valentinstag ist, er hat hiermit seine Botschaft.------------------------------Valentinstag (Valentine's Day) USA 2010. Regie: Garry Marshall, Drehbuch: Katherine Fugate, Kamera: Charles Minsky, Darsteller: Julia Roberts, Anne Hathaway, Jessica Alba, Jessica Biel, Jennifer Garner, Shirley MacLaine, Ashton Kutcher, Jamie Foxx, Queen Latifah u. a.; 117 Minuten, Farbe. FSK o. A.------------------------------Foto :Estelle (Shirley MacLaine) mag Edgar (Hector Elizondo) noch!