Gastronomen ignorieren Rauchverbot: Mit blauem Dunst ins neue Jahr

Zu Silvester wird groß gefeiert, für viele gehören dazu auch Zigaretten. Doch ab Mitternacht tritt das Nichtrauchergesetz in Kraft. Eine Vielzahl der Gastronomen will das Rauchverbot in der Silvesternacht aber ignorieren: "Am Abend selbst werden wir kein Verbot aussprechen. Allerdings ist es bei uns auch nicht so problematisch, da die Hallen hoch sind und die Belüftung gut ist", sagt Mihaela Djuranovic vom Estrel-Hotel. Auch in anderen großen Hotels wie dem Grand Hotel Esplanade werden um Mitternacht nicht die Aschenbecher von den Tischen geräumt.Partylaune nicht verderbenSo verfahren auch Partyveranstalter im ICC oder im Fernsehturm. "An dem Abend darf bei uns geraucht werden. Wir können hier auch keinen Extra-Bereich für Raucher einrichten", sagt eine Sprecherin für die Party im Fernsehturm. Außerdem zähle Silvester noch zu 2007 und da dürfe schließlich geraucht werden. Genauso sieht es die Cocktailbar Reingold in Mitte.Und auch in kleineren Lokalen, wie dem Frau Mittenmang in Prenzlauer Berg, will man die Partylaune nicht mit einem Rauchverbot verderben: "Wir werden den Abend durchfeiern - ohne darüber nachzudenken, ob das Rauchen nach Mitternacht erlaubt ist", sagt der Inhaber Ben Morgen. In größeren Clubs wie dem 2BE in Mitte darf zu Silvester ebenfalls noch geraucht werden.Eine Ausnahme bildet hingegen das Hotel Adlon: Hier werden die Gäste darauf hingewiesen, dass ab 24 Uhr das Rauchen im Veranstaltungsbereich nicht mehr erwünscht ist, sondern der Raucherbereich genutzt werden soll. "Wir werden aber nicht rigide vorgehen und schauen, ob noch jemand raucht", sagt die Sprecherin Sabine Kalkmann.Doch auch wenn ab dem 1. Januar das Nichtrauchergesetz in Kraft tritt, bleibt noch eine Übergangszeit von einem halben Jahr. In dieser Zeit werden Raucher noch nicht bestraft. Danach belaufen sich die Geldstrafen bei einem Erstvergehen von Gästen auf bis zu 100 Euro und für Inhaber auf bis zu 500 Euro. Bei mehrmaligen Vergehen wird es richtig teuer. Die Höhe der Geldbuße kann sich verzehnfachen.Thomas Lengfelder, der Hauptgeschäftsführer der Hotel- und Gaststätteninnung, spricht sich klar gegen das Gesetz aus: "Es ist eine freiwillige Sache der Gastronomen, ob sie sich für eine Raucher- oder Nichtraucherkneipe entscheiden." Er befürchtet vor allem für Kneipen mit nur einem Raum erhebliche Einbußen.In der Silvesternacht selbst sind von Seiten des Ordnungsamtes aber keine Kontrollen zu erwarten: "Nach Mitternacht sind wir nicht mehr im Dienst, da die Dienstzeit nur bis 22 Uhr geht", so Malies Meunir vom Ordnungsamt Friedrichshain-Kreuzberg. Nach 22 Uhr übernimmt die Polizei ersatzweise die Aufgaben des Ordnungsamtes. Doch Kontrollen von der Polizei müssen ebenfalls nicht befürchtet werden. "Die Polizei wird weder genug Personal noch Zeit am Silvesterabend haben, um zu überprüfen, ob das Rauchverbot eingehalten wird", sagt ein Mitarbeiter. Er halte diese Vorgehensweise zu Silvester für vertretbar und verständlich. Zu Silvester kann also ungestört weitergeraucht werden.------------------------------Foto: Raucher können ihre Sucht zu Silvester noch ungestört ausleben.