Sderot - Die Straßen sind menschenleer in Sderot, der israelischen Negev-Stadt, die am längsten und häufigsten Raketenbeschuss aus Gaza ausgesetzt ist. Auf dem Kobi-Hügel am Ortsrand, hocken Maor Barami und ein paar Kollegen aus der Kunststofffabrik auf Plastikhockern, ausgerüstet mit Zigaretten, Softdrinks und Feldstechern, um Krieg zu gucken. Dieser Krieg ist nur zwei Kilometer Luftlinie entfernt, die Distanz zwischen Sderot und dem nördlichen Gazastreifen. „Wir kommen fast jeden Tag her“, sagt Barami. „Was sollen wir sonst tun? In Sderot hat wegen der Raketen nichts mehr offen.“

Am Horizont steigen dunkle Rauchsäulen auf, dumpfe Schläge grollen herüber. Sie stammen von schwerem Artilleriefeuer in Schajaija, einem Viertel von Gaza-City, wo nach palästinensischen Angaben am Sonntagvormittag etwa sechzig Menschen ums Leben gekommen sein sollen, darunter 17 Kinder und 14 Frauen. Wegen dieser Berichte stimmte Israel am Mittag auf Bitten des Roten Kreuzes einer dreistündigen humanitären Waffenpause zu, um Gelegenheit zu geben, die Opfer zu bergen. Sie kam nicht zustande, erst am Nachmittag wurde eine einstündige Feuerpause gewährt.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.