Eine Gedenktafel am Gebäude des Finanzamtes an der Seelenbinderstraße erinnert jetzt an den einstigen Stützpunkt des sowjetischen Geheimdienstes NKWD. Die ehemalige Polizeikaserne galt von 1945 bis 1947 als Sammelstelle für Menschen, die von den Sowjets nach dem Zweiten Weltkrieg festgenommen und ohne Rechtsbeistand zu Haftstrafen in sowjetischen Speziallagern verurteilt worden waren. Von der Seelenbinderstraße aus wurden die Inhaftierten abtransportiert. Das Schicksal vieler ist bis heute ungeklärt. Fälschlicherweise hatte die "Berliner Zeitung" kürzlich berichtet, dass die Verurteilten bereits an der Seelenbinderstraße inhaftiert waren und dass sich in dem Gebäude ein Lager befand. (gäd.)