Sie haben wieder Schampus geschlürft. Sie haben wieder Kaviar gelöffelt. All die Sportstars und Sternchen, die - Achtung, neudeutsch - Celebrities. Die Manager. Die Sponsoren. Die Politiker. Und die Journalisten. Ja, auch die Journalisten, denn ohne sie, ohne ihre teils gedankenlosen Schlagzeilen und Berichte über ein Nicht-Ereignis wie den Laureus, der gern auch als "Sport-Oscar" bezeichnet wird, würde die Welt ja nicht wissen, dass es so eine großangelegte PR-Aktion überhaupt gibt. Niemand braucht den Laureus, der von Daimler und einigen Luxussponsoren finanziert wird. Niemand muss wissen, wen diese überflüssige "Laureus World Sports Academy" zum Weltsportler vorschlägt und dann - so wird behauptet - von 1 200 Journalisten wählen lässt. Es gibt ja hierzulande sogar einen Laureus für Journalisten. Und es ist natürlich reiner Zufall, dass einer der stolzen Preisträger für eine Nachrichtenagentur aus St. Petersburg berichtete.Laureus ist ein wunderbares Beispiel für die unappetitliche Verquickung von Wirtschaft, Sport, Politik und Medien. Die Promi-Weihe in der Gazprom-Zentrale hat dieser unheilvollen Allianz eine neue Qualität verliehen. Denn von allen Seiten wird die Anwesenheit und das Auftreten des russischen Patriarchen Wladimir Putin gleichsam als gottähnliche Erscheinung gepriesen. "Unglaublich", dichtete Franz Beckenbauer: "Eine bessere PR könnte es für diese Veranstaltung gar nicht geben." Genau das ist es: Public Relation. PR der übelsten Sorte. Und die Journalisten, von denen sich in der Vergangenheit manche ihre Reisen zu Laureus-Feiern bezahlen ließen, machen mit.PR, korrekter sogar: Propaganda, ist Laureus für den russischen Präsidenten. Denn Putin, der von Werbe-Millionären und willfährigen Berichterstattern als Freund des Sports beschrieben wird, ist das Gegenteil: Putin ist der größte Feind des Weltsports. Er hat gemeinsam mit seinen Oligarchen-Kumpanen und den Gazprom-Milliarden bereits weite Teile des olympischen Weltsports unter seiner Knute. Er hat die Olympischen Winterspiele 2014 akquiriert. Er kommandiert etliche IOC-Mitglieder und Verbandsfürsten, meist dubiose Gestalten. Er plant spektakuläre Akquisitionen.Fehlte nur noch, Moskau würde am Donnerstag vom IOC mit der Ausrichtung der ersten Olympischen Jugendspiele geehrt.Das wäre natürlich reiner Zufall.------------------------------Foto: Gottgleiches Wesen: Kamerad Putin.