Paul lebt zwischen Traum und Wirklichkeit. Das Abbild seiner verstorbenen Frau Marie begegnet ihm in Gestalt der Tänzerin Marietta. Marietta gelingt es, Paul zu faszinieren. Nach einer gemeinsamen Nacht glaubt sie sich des Sieges über die tote Rivalin sicher. Doch Paul wird in religiösem Schwärmen zu Marie zurückgezogen. Als sich Marietta wütend über ihn lustig macht, erdrosselt Paul sie. Einen kurzen Moment später sieht er die vermeintlich Gemordete aus dem Haus eilen. Er bleibt allein zurück. Erich Wolfgang Korngolds "Die tote Stadt" gleicht einem Psychothriller. Als "Tonfilm im Operngewand" beschrieben, erfüllte "Die tote Stadt" bereits zur Uraufführung 1920 die Sehnsucht nach jener klangwogenden Bilderwelt, die heute dem großen Kino zum Erfolg verhilft - durch wohldosiertes Suggerieren von Gefühlen ohne Worte.Dass man eindringlich und zugleich nuanciert Gefühle in Musik ausdrücken kann, muss Generalmusikdirektor Christian Thielemann schon lange nicht mehr unter Beweis stellen. Sein Name ist Garant für Klangerlebnisse, die Rahmen sprengen, ohne die musikalische Form aufzugeben. Infolge dessen versteht es sich von selbst, dass die Deutsche Oper Berlin die musikalische Leitung der Neuproduktion von Korngolds "Die tote Stadt" in die Hände ihres Generalmusikdirektors Thielemann gelegt hat. Auch die Auswahl des Regisseurs liegt mehr als nahe. Bereits die Wiederaufnahme von Richard Strauss "Die Frau ohne Schatten" zeigt, dass Philippe Arlauds Interpretationsansätze der musikalischen Gestaltung Christian Thielemanns die passenden Spielräume eröffnen. Es entstanden Synergieeffekte, die auf eine überaus spannende Korngold-Premiere hoffen lassen.VERDI-FESTIVAL 2004Kein anderer Komponist hat die italienische Oper des 19. Jahrhunderts so stark geprägt wie Giuseppe Verdi. Die Deutsche Oper Berlin ehrt den Komponisten in dieser Spielzeit mit einem zweiteiligen Verdi-Festival. Im ersten Veranstaltungsblock des Festivals werden "La Traviata", "Ein Maskenball" und "Rigoletto" in zyklischer Form dargeboten. "La Traviata", mit Nora Amsellem in der Titelpartie und Massimo Giordano als Alfredo Germont eröffnet am 3. Januar das Festival. Den "heimlichen" Höhepunkt bilden vier Aufführungen von "Rigoletto", in denen das gefeierte Ensemblemitglied Ofelia Sala als Gilda mitwirkt. WIEDERAUFNAHME "LE PARC"In seinem Ballett "Le Parc" stellt der Choreograf Angelin Preljocaj eine elementare Frage: Welchen Stellenwert nimmt die Liebe in unserer Gesellschaft ein? Inspiriert von der Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts schuf Preljocaj ein leidenschaftliches Tanztheater, das bereits bei seiner Uraufführung in Paris 1994 und an der New Yorker Met begeistert aufgenommen wurde.Der Deutschen Oper Berlin ist es gelungen, für die Wiederaufnahme von "Le Parc" keine geringere als die bekannte und geschätzte Tänzerin Margaret Illmann zu gewinnen. Dass es ihr, ebenso wie dem Ensemble des Balletts der Deutschen Oper Berlin, vergönnt sein wird, mit ihrem Körper genau das auszudrücken, was sich dem verbalen Ausdruck verweigert, können Sie ab 23. Januar erleben.PREMIERE Die tote Stadt Oper von Erich Wolfgang Korngold. Musikalische Leitung: Christian Thielemann. Inszenierung, Bühne, Licht: Philippe Arlaud, Kostüme: Andrea Uhmann, Choreografie: Anne Marie Gros, Chöre: Ulrich Paetzholdt. Mit Silvana Dussmann, Reinhild Runkel, Fionnuala McCarthy, Ulrike Helzel; Stephen Gould, David Pittman-Jennings, N. N. , Clemens Bieber, Markus Brück, Burkhard Ulrich; Solisten und Ensemble des Balletts der Deutschen Oper Berlin. Premiere am 25. Januar um 18 Uhr.Vorstellungen 28. & 31. Januar sowie 3. & 6. Februar, 19. 30 Uhr.VERDI-FESTIVAL 2004 La Traviata Oper von Giuseppe Verdi. Musikalische Leitung: Stefano Ranzani. Inszenierung: Götz Friedrich, Bühne: Frank Philipp Schlößmann, Kostüme: Klaus Bruns, Chöre: Hellwart Matthiesen. Mit Norah Amsellem; Massimo Giordano, Alan Opie u. a. In ital. Sprache mit dt. Übertiteln. Am 3. , 9. und 15. Januar um 19. 30 Uhr.Ein Maskenball (Un Ballo in maschera) Oper von Giuseppe Verdi.Musikalische Leitung: Roberto Rizzi Brignoli. Inszenierung: Götz Friedrich; Bühne, Kostüme: Gottfried Pilz, Isabel Ines Glathar, Chöre: Ulrich Paetzholdt, Choreografische Mitarbeit: Andria Hall. Mit Ofelia Sala, Svetlana Serdar; Tito Beltran, Ambrogio Maestri u. a. In ital. Sprache mit dt. Übertiteln. Am 4. Januar um 18 Uhr.Rigoletto Oper von Giuseppe Verdi.Musikalische Leitung: Michail Jurowski. Inszenierung: Hans Neuenfels, Bühne: Hans Neuenfels, Dirk von Bodisco, Kostüme: Dirk von Bodisco, Chöre: Hellwart Matthiesen. Mit Ofelia Sala, Svetlana Serdar; Tito Beltran, Joseph Calleja, Ambrogio Maestri u. a. In ital. Sprache. 6. , 10. , 17. & 20. Januar, 19. 30 Uhr.WIEDERAUFNAHME Le Parc Ballett nach Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Goran Vejvoda. Musikalische Leitung: Kevin McCutcheon. Choreografie, Inszenierung: Angelin Preljocaj, Einstudierung: Noëmi Perlov, Bühne: Thierry Leproust, Kostüme: Hervé Pierre, Licht: Jacques Châtelet. Solo-Klavier: David Johnson. Mit Margaret Illmann, Laurent Hilaire a. G. sowie Solisten und Ensemble des Balletts der Deutschen Oper Berlin. Am 26. Januar um 19. 30 Uhr.Kartentelefon: 0700-67 37 23 75 46 www. deutscheoperberlin. de .BERND UHLIG Laurent Hilaire und Sandy Delasalle im Pas de Deux von "Le Parc"