Nur wenige Jugendliche bleiben von Pickeln und Pusteln verschont. Tröstlich ist, dass Akne zu Anfang des dritten Lebensjahrzehnts wieder verschwindet. Manchmal jedoch leiden auch Menschen, die die Pubertät lange hinter sich haben, unter unreiner Haut -vor allem an den Stellen, an denen sich viele Talgdrüsen befinden: im Gesicht, auf der Brust, auf Rücken und Schultern. Der Begriff Akne leitet sich von dem altgriechischen Wort "akme" ab, was soviel heißt wie "Spitze" oder "Blüte". Der Fachausdruck für das Leiden mit Pickeln, Pusteln und roten Knötchen ist "Acne vulgaris", allgemeine Akne. Schon Mitesser (Komedonen) werden als leichte Akne bezeichnet. "Der Unterschied zwischen Pickeln und Akne liegt vor allem in der Schwere der Hautveränderungen", sagt Christiane Sarkar, Hautärztin in Frankfurt am Main. "Ein Pickel kann schon mal durch eine verwachsene Haarwurzel entstehen. Akne ist hingegen eine Krankheit, die behandelt werden sollte." Die Expertin empfiehlt, früh einen Hautarzt aufzusuchen, bevor sich Entzündungen gebildet haben: "Eine gute Beratung und richtige Pflege können das Leiden verkürzen." Wenn Pickel sprießen und blühen, tragen neben dem Familienerbe, denn eine Veranlagung zur Akne ist häufig erblich bedingt, vor allem Hormone die Schuld. So kommt es bei Frauen häufig während der Menstruation zu unreiner Haut. Aber auch Männer können Hormonschwankungen erleben -grundsätzlich kurbeln zu viele männliche Geschlechtshormone (Androgene) die Produktion der Talgdrüsen an. Die fettige Haut verhornt an der Oberfläche stärker als trockene oder normale, die Talgdrüsenausgänge verengen sich. Kann der Talg nicht richtig abfließen, kommt es zu verstopften Poren, Entzündungen, Mitessern und Pickeln. Auch verschiedene Medikamente, Chemikalien und Kosmetika können zu schlimmen Rötungen führen. "Manche Menschen glauben, dass sie sich mit einer Ayurveda-Behandlung wie dem Ölguss etwas Gutes tun", sagt Hautärztin Sarkar. Die Folge kann eine Öl-Akne sein. Ob auch falsche Ernährungsgewohnheiten Pickel befördern, ist wissenschaftlich nicht erwiesen. "Viele Patienten meinen, dass sich ihr Hautbild nach dem Genuss bestimmter Lebensmittel verschlechtert", sagt Sarkar. Vor allem Milch und Milcheiweiß stehen im Ruf Akne zu befördern sowie fettreiche Nahrung. Die Hautärztin vermutet die umgekehrte Ursache: Möglicherweise spiele Stress eine Rolle. Dieser kurbelt die körpereigene Produktion der Androgene an. In dem Zusammenhang kommt die Ernährung ins Spiel. "Ein Croissant mit Schokolade statt Obst, eine Currywurst statt Salat -schließlich ernähren wir uns meist schlechter, wenn wir keine Zeit haben." Eine spezielle Diät ist bei Akne zwar nicht erforderlich. Stellen Betroffene jedoch fest, dass ein Konsum gewisser Nahrungsmittel sie unterstützt, sollte man darauf verzichten. Gegen Akne helfen Medikamente, etwa antibiotische und entzündungshemmende Cremes und Tinkturen. Diese enthalten häufig die Wirkstoffe Erythromycin, Tetrazyklin und Clindamycin und helfen, die Bakterien auf der Hautoberfläche abzutöten und die Drainagewirkung der Talgdrüsen zu verbessern. Damit es nicht zu Resistenzen kommt, wird den Präparaten oft Benzylperoxid beigegeben. Bei einer sehr schweren Form, der Acne conglobata, verschreiben Ärzte Tretinoin, auch bekannt als Vitamin A-Säure. Dieser Wirkstoff greift in die Stoffwechsel-Follikel ein. Er hemmt die Talgproduktion und sorgt für eine Regenerierung der Haut. Das alles klingt wie ein Wundermittel, doch mahnen Experten an, Vitamin A-Säuren lediglich unter ärztlicher Aufsicht bei besonders schwerer Akne anzuwenden, wenn andere Methoden versagt haben. Die Nebenwirkungen sind enorm: Tretinoin schädigt die Leberwerte, trocknet die Haut extrem aus und schadet dem Embryo während der Schwangerschaft. ------------------------------ Pflege Nicht ausdrücken -durch Quetschen werden Pickel nur schlimmer. Der Talg gelangt so in tiefere Hautschichten, wodurch sich die Bakterien erst verteilen. Wenn Pickel unter der Haut aufplatzen kann das zu Entzündungen führen. Reinigen Sie Ihr Gesicht mit einer milden Reinigungsmilch oder Waschcreme. Ein mildes Peeling entfernt die oberste Hautschicht, so dass der Talgabfluss wieder möglich wird. Verzichten Sie auf fetthaltige Kosmetika. Beruhigen Sie Ihre Haut zwei Mal wöchentlich mit einer Gesichtsmaske aus Kamille oder Heilerde. ------------------------------ Foto: Gegen Pickel hilft ein Peeling. Zusätzlich kann man die Haut mit einer Gesichtsmaske aus Kamille oder Heilerde beruhigen.