BRÜSSEL, 3. März. Die Armee der Kosovo-Albaner UCK finanziert sich nach Erkenntnissen westlicher Geheimdienste in weitem Umfang aus dem Drogen-Schmuggel. Wie die "Berliner Zeitung" in Brüssel erfuhr, schätzen die Geheimdienste allein die bisherigen Einkünfte der UCK auf über 900 Millionen Mark. Mindestens die Hälfte davon stamme aus Gewinnen des illegalen Rauschgifthandels; der Rest werde in Fonds gesammelt, die Namen trügen wie "Das Vaterland ruft" oder "Das Heimatland bittet um Deine Hilfe". Ein Teil werde in Geld ausgezahlt, ein Teil in Waffen, die in den Kosovo geschmuggelt würden."Dunkles oder gewaschenes Geld macht einen großen Teil der Mittel für die UCK aus", hieß es. Der Drogenschmuggel reiche vom Quellenland Afghanistan bis nach Westeuropa. Daß ein großer Teil des Rauschgift-Vertriebs in der Europäischen Union in den Händen von Kosovo-Albanern liegt, ist auch bei der europäischen Polizeibehörde Europol in Den Haag bekannt.Es gibt aber auch andere Geldquellen für den Kosovo: Es ist bekannt, daß die Kosovo-Albaner bei ihren im Ausland lebenden Landsleuten eine Art Abgabe von drei Prozent des Einkommens erheben, um Einrichtungen zu Hause zu finanzieren. Dabei geht es um den Erhalt von Schulen, Krankenhäusern und politischen Institutionen der kosovo-albanischen Schattenregierung. Diese sogenannte "Solidar-Steuer", die bei den 500 000 Exil-Kosovaren in Deutschland, Belgien, der Schweiz und Skandinavien eingezogen wird, wird durch Spenden von Sympathisanten ergänzt. Auf diesem Wege sind nach Schätzungen der Geheimdienste für die Kosovo-Albaner noch einmal rund 900 Millionen Mark zusammengekommen. Dieses Geld werde von dem in Deutschland lebenden "Exil-Premier" Bujar Bukoshi verwaltet. Die westliche Staatengemeinschaft versucht seit langem, den Waffennachschub für die UCK zu erschweren. Die Bemühungen sind bisher auf Schwierigkeiten gestoßen.Als alarmierend hat das Hilfswerk UNHCR die wachsende Zahl der Flüchtlinge im Kosovo bezeichnet. Serben und Kosovo-Albaner betrieben "ethnisch motivierte Vertreibungen", sagte UNHCR-Sprecherin Paula Ghedini. Allein in den vergangenen Tagen seien 5 000 Menschen aus ihren Dörfern im Süden Kosovos geflüchtet.