Alexander Korschakow macht wieder von sich reden. Gestern stellte der ehemalige Chefleibwächter des russischen Präsidenten Jelzin in Moskau seine Memoiren vor. Doch anders als bei solchen Präsentationen üblich, wurde das Buch nicht an die anwesenden Journalisten verteilt. Einer russischen Skandalzeitung war es jedoch gelungen, die Druckfahnen des Buches zu bekommen. Was der General aufgeschrieben hat, stellt alle bisherigen Gerüchte über Jelzin und seine Mannschaft in den Schatten. So habe der Präsident 1993 darüber nachgedacht, Kampfgas in den Sitzungssaal des damaligen Obersten Sowjets strömen zu lassen. Der hatte Jelzin im Herbst 1993 mit einem Amtsenthebungsverfahren gedroht. Anti-Jelzin-Demonstranten sollten Korschakow zufolge mit Laserstrahlen zum Erblinden gebracht werden. Der Plan sei nur gescheitert, weil das Gerät zu schwer für den Transport gewesen sei. Jelzin hatte damals den Obersten Sowjet mit Waffengewalt auseinanderjagen lassen.Korschakow läßt sich auch über Jelzins Alkoholkonsum und seinen Gesundheitszustand aus. So habe der Präsident viele Gäste zu sich eingeladen, um mit ihnen trinken zu können. Auch Bundeskanzler Kohl habe bei "Freund Boris" ein 200-Gramm-Glas mit Wodka leeren müssen. Beim Rückflug von einem Staatsbesuch in den USA habe Jelzin einen Herzinfarkt erlitten, berichtet Korschakow weiter. Dennoch habe der Präsident beim Zwischenstopp in Irland aussteigen wollen, sei aber hingefallen, regungslos liegen geblieben und hätte sich dabei in die Hosen gemacht. "Beleidigend", nannte der russische Fernsehsender NTV gestern diese und andere Aussagen Korschakows. Der läßt sich vorsichtshalber von anderen Ex-Leibwächtern Jelzins rund um die Uhr beschützen.