Foto: (2) Islamische Gebäude aus dem Mittelalter sind oft aufwendig dekoriert - so auch die Grüne Moschee im türkischen Bursa (oben). Bisher dachten Forscher, diese Girih-Muster seien mit Lineal und Zirkel auf die Wände aufgetragen worden. US-Forscher aus Harvard und Princeton haben jetzt aber herausgefunden, dass die Muster mithilfe gleichseitiger, vieleckiger Kacheln entstanden sind. Wie die Physiker im Magazin Science berichten, waren die Kacheln mit unterschiedlichen Zickzacklinien versehen. Die Künstler fügten diese Kacheln so zusammen, dass aus den Linien wiederkehrende Muster entstanden. Sie arbeiteten dabei so präzise, dass die Übergänge nicht sichtbar sind. Die Grafik rechts zeigt das relativ einfache Muster aus Bursa; die dafür verwendeten drei Kacheln sind in blau, grün und rosa dargestellt. Die Muster zeugen nach Ansicht der Forscher davon, dass islamische Künstler dem Abendland weit voraus waren. Denn ein derart großes mathematisches Verständnis hätten Westeuropäer erst im 20. Jahrhundert entwickelt. (xama.)Science, Bd. 315, S. 1106