STAHNSDORF. Gerhard Enser (CDU) heißt der neue Bürgermeister von Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark). Fast 2 000 Einwohner hielten ihn für den geeigneten Kandidaten. Er erhielt am Sonntag 75,23 Prozent der abgegebenen Stimmen. An der Wahl hatten sich nur 2 956 der insgesamt 6 747 Stimmberechtigten (39,3 Prozent) beteiligt. Für den Sieg benötigte Enser die absolute Mehrheit, mindestens aber 15 Prozent aller Stimmberechtigten. Die Gegenkandidaten des pensionierten Bundeswehroffiziers - Klaus Nitzsche (SPD) und Guido Zenkert (parteilos) - hatten keine Chance.Enser (56) sieht in der Wahl eine Anerkennung seines Engagements für die Gemeinde. Er fand parteiübergreifende Unterstützung. Als CDU-Fraktionschef und Finanzausschussvorsitzender in der Gemeindevertretung hat er großen Anteil an der Entschärfung des Schuldenproblems Stahnsdorfs. Nach dem überteuerten Kauf eines Gewerbegebietes 1992 von der Treuhand für 65 Millionen Mark wuchsen die Schulden durch Missmanagement unter dem im März abgewählten Bürgermeister Horst Muhsold auf 100 Millionen Mark. Nach zähen Verhandlungen hat die TLG einen Nachlass von 70 Millionen Mark gewährt. Enser sucht jetzt parteiübergreifend Wege zum Abbau der Restschuld von 28,5 Millionen Mark, zur Vermarktung des Gewerbegebietes sowie zum Ausbau der Schulen und Verkehrswege. "Die Einwohner wollten eine Stahnsdorfer Lösung und kein parteipolitisches Geplänkel", sagt er.In vier Wochen wird Enser sein Amt antreten. So lange dauert laut Kommunalgesetz die Einspruchsfrist. Dann ist er für acht Jahre nicht nur Bürgermeister, sondern auch Amtsdirektor des Amtes Stahnsdorf, zu dem die Gemeinden Schenkenhorst, Güterfelde und Sputendorf gehören. "Ich habe zwar bis zu meiner Ernennung keine Befugnisse", sagt er. Am Dienstag will er sich aber mit dem amtierenden Gemeindeoberhaupt zusammensetzen.