HAMBURG, 11. April. Das Hamburger Landgericht hat den Millionenbetrüger Jürgen Harksen zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Zudem verhängte es am Freitag wegen Betrugs in mehr als 50 Fällen ein fünfjähriges Berufsverbot gegen den selbsternannten Anlageberater. Nach Überzeugung des Gerichts prellte der 47-Jährige mit atemberaubenden Gewinnversprechen von bis zu 9 000 Prozent über mehrere Jahre drei Anleger um insgesamt rund 28,4 Millionen Mark (rund 14,5 Millionen Euro). Die angeblich winkenden gigantischen Renditen hätten bei Harksens Kunden zweifellos als "Vernunftkiller" gewirkt, bemerkte der Vorsitzende Richter Ernst-Rainer Schudt. Strafmindernd erkannte die Wirtschaftsstrafkammer das Geständnis des 47-Jährigen vor Gericht an.Bewährung für Ehefrau Harksens Ehefrau Jeannette kam mit zwei Jahren Haft auf Bewährung wegen Beihilfe zum Betrug davon. Die studierte Medizinerin habe "trotz ihrer genauen Kenntnis des zur Hochstapelei neigenden Wesens ihres Mannes" ihre Bankkonten für dessen systematischen Anlagebetrug zur Verfügung gestellt, urteilte das Gericht. Ein mitangeklagter Wirtschaftsprüfer, laut dem Vorsitzenden Richter "Täter und Opfer zugleich", bekam wegen versuchter Strafvereitelung und Betrugs ebenfalls eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Der Mitangeklagte habe seine Berufspflichten verletzt, als er Harksen ein Vermögen von 1,18 Milliarden Mark attestierte - das dieser überhaupt nicht hatte. (AFP)