Geschützte Flugsand-Düne

Berlin eine Stadt der Berge zu nennen, auf diese Idee würde wohl kaum jemand allen Ernstes kommen. Tatsächlich aber gibt es in Berlin rund 140 Hügelchen und Erhebungen. Nicht alle sind auf natürlichem Wege entstanden, einige verdanken ihre Existenz vielen fleißigen Händen, die nach dem Krieg die Trümmer aufschichteten. So richtig hoch ist kein einziger Berliner Berg, aber immerhin sechs erheben sich hundert Meter und mehr über den Meeresspiegel. In loser Folge stellen wir Berliner Berge vor; die berühmten aber auch die weniger bekannten. Heute: die Püttberge.----Höhe: 68,2 MeterLage: Zwischen den Ortsteilen Rahnsdorf und Wilhelmshagen (Köpenick)Verbindung: Ab S-Bahnhof Wilhelmshagen zu Fuß oder vom S-Bahnhof Rahnsdorf mit dem Bus 161----Dünen gibt es nicht nur an der Ostsee, auch Berlin hat welche vorzuweisen. Und das gleich in Berggröße. Der "Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzug" in Rahnsdorf entstand nach der letzten Eiszeit, als sich dort eine Menge Flugsand ansammelte. Er gehört zu den bedeutendsten Binnendünen im Raum Berlin-Brandenburg. Zu diesen Dünen gehören unter anderem der Schonungsberg, der Eichberg und die Grenzberge. Am höchsten aber sind die Püttberge, die sich wie ein Keil zwischen die Köpenicker Ortsteile Rahnsdorf und Wilhelmshagen schieben.Auf älteren Karten sind die Püttberge auch als Pittberge benannt. Diese Bezeichnung leitet sich aus dem niederdeutschen Wort pütt oder pitt (für klein) ab. Zu DDR-Zeiten waren die rund 16 Hektar großen Püttberge vor allem als Rodel- und Ski-Revier beliebt. 1972 war der bis dahin geltende Naturschutz aufgehoben und eine Ski- und Schlittenausleihstation gebaut worden. 1995 wurde das Gelände wieder unter Naturschutz gestellt und damit das Rodeln verboten. Die Ausleihstation wurde abgerissen. Besonders die seltenen Pflanzenarten sind schützenswert. Denn der Sand der Püttberge enthält besonders viel Kalk, was anspruchsvollere Pflanzen wachsen lässt als auf sonstigen Berliner Sandböden. Man findet dort etwa den Schwalbenwurz und die Graslilie. Auch vom Aussterben bedrohte Wespenarten nisten dort. In der Hoffnung, dass Jogger und Mountainbiker nicht alles niedermachen, wurden die Hügel teilweise eingezäunt und Wege mit Geländern versehen. (sk.)------------------------------Karte: Püttberge