Köln - Wir alle waschen mindestens zwei Mal in der Woche, doch 87 Prozent der Deutschen sind jedes Mal aufs Neue ratlos: Wie geht Wäsche waschen wirklich? Jeder hat eine andere Antwort auf die Fragen, wie viel Weichspüler wir tatsächlich benötigen, wie lange die Wäsche in der Trommel liegen darf und wo eigentlich die zweite Socke ist.

Helplings Reinigungsexpertin Roxanna Pelka führte eine eigene Wäscherei und erklärt die 10 größten Mythen beim Umgang mit der Wäsche:

Nasse Wäsche darf nicht in der Trommel liegen bleiben

Das ist falsch. Folgende Situation: Die Verabredung wartet bereits – doch die nasse Wäsche liegt noch in der Trommel? Der Tipp von Roxanna Pelka lautet: Ruhe bewahren! Die Expertin rät: „Ihre frische Waschladung kann mehrere Stunden bei geöffneter Tür in der Trommel liegen bleiben – auch über Nacht. Erst nach mehr als 24 Stunden könnte die Kleidung anfangen, muffig zu riechen und im allerschlimmsten Fall sogar zu schimmeln!”

Wäsche waschen lohnt sich nur, wenn die Trommel voll ist

Auch das ist falsch. Von wegen je voller desto doller. Wer die Waschtrommel zu voll packt, riskiert, dass die Wäsche nicht richtig sauber wird. Bei Überladung hat das Wasser nicht genug Platz, um die Kleidung ausreichend durchzuspülen. Das Waschmittel bleibt in den Fasern hängen, das Ergebnis: Auf der Lieblingsjeans entstehen Waschmittelflecken und die Kleidung riecht unangenehm. Roxanna Pelkas Tipp: „Laden Sie die Trommel so voll, dass Sie mit der Hand die Rückwand problemlos berühren können.“

Ohne Kalktabs geht die Waschmaschine schneller kaputt

Auch das ist nicht richtig. Klar ist: Wo Wasser fließt, entsteht auch Kalk – der Punkt geht an die bekannte TV-Werbung für Kalktabs. Doch es gibt einen natürlichen Entkalker – nämlich Essig. Roxanna Pelka rät, 20 ml Essig direkt in die Wäschetrommel zu geben und die Maschine bei 60 Grad durchlaufen lassen. Wichtig ist: Die Maschine sollte dann nicht leer laufen. Denn dann könnte sie kaputt gehen. Die Expertin: „Einfach ein paar Handtücher hineingeben, die Sie ohnehin waschen wollten. Der Essiggeruch verfliegt direkt nach dem Waschen.“

30-Grad Wäsche verträgt auch das 40-Grad Programm

Das ist ein Irrglaube. Alle die denken, es wäre nicht so schlimm, wenn man 30 Grad Wäsche mal schnell durch das 40 Grad Kurzprogramm jagt, die haben falsch gedacht: Doch trotz des anscheinend minimalen Unterschiedes vertragen Stoffe wie Wolle oder Seide maximal 30 Grad warmes Wasser. T-Shirts, Jeans und Kleider hingegen bestehen aus einem Materialmix, der bei 40 Grad nicht einläuft. Der Tipp der Expertin: „Werfen Sie vor dem Waschen lieber einen Blick auf das Wäscheetikett, um böse Überraschungen zu vermeiden.“

Ob Jeans, BH oder Handtuch – ein Waschmittel reicht vollkommen aus

Das stimmt so nicht. Jeder Dritte ist mit dem Waschergebnis nicht immer zufrieden. Schuld daran ist womöglich das falsche Waschmittel. Insbesondere für weiße Blusen, Handtücher und Bettwäsche ist ein Vollwaschmittel ideal, denn: Die darin enthaltene Bleiche hellt die Wäsche auf. Das Mittel ist dementsprechend für die dunkle Jeans ein absolutes No-Go. Verwenden Sie für bunte Wäsche eher ein Fein- oder Colorwaschmittel. Diese Mittel bleichen nicht aus, erhalten die Farbe länger und sind zudem schonender für die Fasern.

Nur umweltschädlicher Weichspüler macht Wäsche weich

Das ist falsch. Wem die Umwelt am Herzen liegt, sollte die Finger lassen von Weichspüler. Denn: Oftmals enthalten diese umweltschädliche Inhaltsstoffe, die nicht natürlich abgebaut werden können und ins Grundwasser gelangen. Doch im Gegenzug muss man sich nicht mit kratzigen Handtüchern abfinden. Die umweltfreundliche Alternative lautet: Essig. Der Tipp der Expertin: „Geben Sie zum Waschgang etwa 20 ml ins Weichspülerfach – schon ist Ihre Wäsche wieder kuschelig. Keine Sorge, der Essiggeruch verfliegt im Nu während des Trocknens.“

Die Waschmaschine reinigt sich doch von allein

Auch das stimmt nicht. Zwei Mal in der Woche läuft beim Durchschnittsdeutschen die Waschmaschine. Bereits in dieser kurzen Zeit sorgen Waschmittelreste und die stete Feuchtigkeit für ein wahres Keimbiotop. Expertin Roxanna Pelka dazu: „Waschen Sie nicht ausschließlich im 30 Grad Programm. Organisieren Sie Ihre Wäsche so, dass Sie mindestens einmal im Monat Ihre Handtücher bei 60 Grad waschen. Erst das heiße Wasser in den Rohren tötet Bakterien ab – anstatt sie heranzuzüchten.“

Die Waschmaschine lässt Socken für immer verschwinden

Entgegen populärer Verschwörungstheorien, kann das wiederlegt werden. In der Waschmaschine noch ein glückliches Paar, beim Trocknen bereits Single: Wo ist die zweite Socke nur hin? Die Auflösung: Sie fristet ihr undankbares Dasein in den Untiefen Ihrer Waschmaschine. Expertin Pelka erklärt: „Meistens hängen Socken hinter dem Flusensieb oder verfangen sich in den Gummierungen, von wo aus Sie sie mit einem Handgriff wieder befreien können. Jedoch kann es vorkommen, dass Socken tatsächlich den Weg bis ins Innere der Maschine finden. Ein Wiedersehen ist dann leider unmöglich.“

Nur beim 90 Grad Programm sterben Bakterien komplett ab

Das ist falsch. Auch wenn schon Ihre Mutter auf die Kochwäsche geschworen hat – sinnvoll ist Kochwäsche nur,  wenn Sie einen Magen-Darm-Virus oder andere ansteckende Krankheiten restlos besiegen möchten. Sind Sie hingegen gesund und wollen Haushaltskeimen an den Kragen, reichen 60 Grad völlig aus – das ist umweltfreundlicher und zudem sparsamer. Wer sicher gehen will, gibt eine Kappe desinfizierenden Hygienespüler ins Weichspülfach. Diesen gibt es in jeder Drogerie zu kaufen.

Zu häufiges Waschen macht den BH kaputt

Jein. Paradox und zugleich eine Wissenschaft für sich: Zu häufiges Waschen schadet dem Material des Büstenhalters, das gilt ebenfalls für zu seltenes Waschen. Expertin Roxanna Pelka empfiehlt das Waschen nach dreimaligem Tragen, denn: Der Säuregehalt des Schweißes kann die Elastizität des Stoffes zerstören. Beachten Sie, dass jeder BH eine beinahe zerstörerische Wirkung auf andere Kleidungsstücke hat: Die Haken verursachen kleine Löcher in der Kleidung. Verwenden Sie daher bei jedem Waschgang ein Wäschenetz. (red)