Berlin - Der neueste Bericht des Weltklimarats IPCC, der am Montag veröffentlicht wurde, ist ein erneuter Warnruf – und geht komplett unter. Verständlich, angesichts der Dramatik des Ukraine-Kriegs. Und doch auch unverständlich. Denn dieser Krieg ist auch ein Krieg der fossilen Abhängigkeiten und verdeutlicht, warum es so wichtig ist, die Energiewende voranzutreiben.

Hälfte der Weltbevölkerung ist „hochgradig gefährdet“

Eine der Kernaussagen des IPCC-Berichts lautet: Wenn wir so weitermachen wie bisher, könnten einige Regionen der Erde schon bald unbewohnbar werden. Eine drastische Warnung, die ernst genommen werden muss.

Bereits heute ist die Hälfe der Menschheit durch die Folgen des Klimawandels „hochgradig gefährdet“. Das betrifft vor allem ärmere Regionen, wie Afrika, Teile Asiens und Lateinamerikas. Dort haben die Menschen ein 15 Mal höheres Risiko, bei Fluten, Dürren oder Stürmen ihr Leben zu verlieren, als in Regionen mit hohem Wohlstand.

Immer mehr Menschen werden sterben, neue Konflikte und Kriege werden entstehen, bestehende Ungleichheiten weiter verstärkt. Viele müssen zwangsläufig aus ihrer Heimat fliehen – denn bei über 50 Grad ist ein dauerhaftes Leben eben nicht mehr möglich.

Klimaschutz ist auch Sicherheitspolitik

Wir können diese Szenarien verhindern, doch bislang passiert noch viel zu wenig, gerade was die Finanzierung von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen angeht. Es scheint daher geradezu paradox, dass die Regierung schnell 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr bereitstellen kann, doch für Investitionen in das Klima ist kein Geld da? Es wird wieder einmal bitter deutlich: Sobald es ums Klima geht, fehlt der politische Wille.

Trotz des Ukraine-Kriegs dürfen wir die Klimakrise nicht vergessen. Denn es geht hier nicht „nur“ um die Umwelt, sondern um unsere eigene Sicherheit, die auf dem Spiel steht. Klimaschutz ist auch Sicherheitspolitik.