35 Kilo leichter: Schaf Baarack kann endlich aufatmen 

Jahrelang irrte das arme Tier ungeschoren im australischen Busch herum. Nun konnte das zum Internet-Star avancierte Geschöpf vom Filz befreit werden.

Das wilde Schaf Baarack wurde im australischen Busch gefunden. Die 35 Kilo Wolle, die es mit sich herumtrug, sind inzwischen wegrasiert.
Das wilde Schaf Baarack wurde im australischen Busch gefunden. Die 35 Kilo Wolle, die es mit sich herumtrug, sind inzwischen wegrasiert.AFP/Edgars Mission

35 Kilogramm – das ist schon eine Menge Holz für ein Schaf. Wem es gewichtstechnisch an Vorstellungskraft mangelt, der türme vor seinem inneren Auge einfach mal 140 Stücken Butter auf oder 70 Salatgurken oder 35 Tüten Weizenmehl. So viel Ballast schleppte ein armes Schaf namens Baarack mit sich herum, das fünf Jahre lang verwildert im australischen Buschland lebte. 35 Kilogramm verfilzter Wolle hatten sich am Schluss auf seinem geschundenen Körper angesammelt, ungeschoren drohten dem Tier schwere gesundheitliche Schäden.

Nachdem man Baarack endlich fand, gingen seine Bilder im Nu um die Welt. Bilder, die ein bis zur Unkenntlichkeit überwuchertes Tier zeigten, ein Tier, das bei dem einen oder anderen Betrachter vielleicht Erinnerungen an das eigene, durch Friseurschließungen stark vernachlässigte Haarkleid hervorriefen. Baarack ist auf der Plattform TikTok zum Megastar geworden: 2,7 Millionen Mal wurde das Video des ungeschorenen Tieres dort aufgerufen. 

Vorher: Baarack hatte schon viel zu lange keine Schere mehr gesehen. 
Vorher: Baarack hatte schon viel zu lange keine Schere mehr gesehen. AFP/Edgars Mission

Doch jetzt kann Erleichterung gemeldet werden: Die Filzwolle ist weg, und das befreite Schaf befindet sich auf dem Weg der Besserung. Baarack frisst wieder und läuft herum, berichtete Pam Ahern, die nördlich von Melbourne eine private Aufnahmestation für Tiere betreibt, der BBC. Aherns Mitarbeiter von Edgar’s Mission hatten Baarack Anfang Februar im Südosten Australiens entdeckt: verkümmert und unbeweglich. Sie nahmen das Tier in Obhut, das wegen seines dicken Fells nicht einmal mehr die Augenlider schließen konnte. Dreck und festsitzende Grassamen hatten am Auge bereits ein Geschwür verursacht. Baarack konnte nicht mehr stehen und war unterernährt.

Als endlich die Schermaschine zum Einsatz kam, beobachteten die Tierschützer sicherheitshalber seinen Herzschlag – nicht, dass er bei der ganzen ungewohnten Aufregung noch einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleidet! Während andere Artgenossen einmal im Jahr dieser Prozedur unterzogen werden, kannte Baarack die Schur nicht. Seine Wolle war völlig verfilzt, über die Zeit hatten sich Stöckchen, Gräser und Blätter in seinem Fell verfangen.