Wenn von Korallenriffen die Rede ist, dann denken wir gewöhnlich an die Tiere, die zwischen den schroffen versteinerten Unterwasserformationen herumschwimmen, nicht aber daran, dass Korallen selbst zu den Tieren gehören. Deshalb eine Definition vorweg, sie lässt das ganze Ausmaß der Entdeckung eines riesigen freistehenden Korallenriffs in Australiens weltberühmtem Great Barrier Reef ermessen: Als Korallen werden alle sessilen (unbeweglichen), koloniebildenden Nesseltiere (Cnidaria) bezeichnet; am bekanntesten sind die Steinkorallen (Scleractinia), die den Hauptanteil an der Entstehung der Korallenriffe haben.

Meeresforscher haben nun zum ersten Mal seit 120 Jahren eine solche sessile Kolonie gefunden – das Riff sei mehr als 500 Meter hoch, heißt es in einer Erklärung der Stiftung Schmidt Ocean Institute, und damit höher als das Empire State Building in New York oder die Petronas Towers in Kuala Lumpur. Wissenschaftler auf dem Forschungsschiff „Falkor“ hätten das Riff vor einer Woche entdeckt und bei einem live ins Internet übertragenen Tauchgang am Sonntag erkundet, hieß es weiter. Die Rede ist also von einem Riesenbauwerk tierischen Ursprungs.

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