Das weiße Löwenbaby wurde bei einem Transport-Unfall gerettet.
Foto: Reptilium Landau/dpa

Berlin/LandauGut zwei Wochen ist es inzwischen her, dass ein kleines weißes Löwenbaby hierzulande große Schlagzeilen machte. Die junge Raubkatze, die später von ihren Pflegern auf den Namen Lea getauft wurde, war am 8. September nach einem Auffahrunfall auf der A5 südlich von Heidelberg im Anhänger eines Kleinbusses in einer Holzbox entdeckt worden. Sie war unverletzt geblieben und zeigte sich nach der Ankunft in ihrem zwischenzeitlichen Notquartier, einem Reptilienzoo in Landau (Rheinland-Pfalz), aufgeweckt und quietschfidel.

Zwar musste die rund sieben Wochen alte Lea nach der Ankunft im Reptilium, das eigentlich eher Fröschen, Echsen, Schlangen und Schildkröten eine Heimat bietet, erst mal zur Ruhe kommen, aber in der ersten Nacht habe sie schon angefangen, Milch zu trinken und ein bisschen Hackfleisch zu fressen, berichtete damals der Geschäftsführer der Anlage. Mit der weißen Löwin wurde ihm ein höchst seltenes Tier angediehen: Wie bei Tigern tritt auch bei Löwen gelegentlich Leuzismus auf. Die weiße Fellfärbung ist kein Albinismus, weil die dafür charakteristischen roten Augen fehlen. Die weiße Fellfarbe wird über ein rezessives Gen vererbt.

Verspielt: Lea in ihrem Zwischen-Zuhause Landau.

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Ihr zwischenzeitliches Domizil in Landau soll Lea nun wieder verlassen und in eine für sie passendere Einrichtung ziehen. Dazu steht eine Reise nach Spanien an: Das Tier solle in Barcelona in einer zooähnlichen Einrichtung untergebracht werden, teilte die Kreisverwaltung in Landau am Mittwoch mit. Es stehe noch die Zustimmung der Behörden vor Ort aus. Laut Reptilium gibt es in der Anlage in Katalonien auch bald andere Löwen und damit Spielgefährten für Lea. Der private Zoo sei der Ort, wo das Tier auch ursprünglich untergebracht werden sollte, sagte der Leiter des Reptiliums Landau, Uwe Wünstel, dem SWR.

Der Transport von Lea Anfang September war laut Karlsruher Landratsamt legal. Die Besitzerin aus der Slowakei verfügt demnach über eine Genehmigung zur Züchtung von Raubtieren. Zum Zeitpunkt des Transports war Lea allerdings einige Tage zu jung. Sie hätte erst mit acht Wochen von der Mutter getrennt werden dürfen. Zudem fehlten wichtige Dokumente. Die Züchterin muss nun mit einem Bußgeld rechnen.