Friesoythe - Die niedersächsische Kleinstadt Friesoythe bietet allerlei Sehenswürdigkeiten, darunter die katholische St.-Vitus-Kirche, eine der ältesten Gotteshäuser im Oldenburger Münsterland, oder die Windmühle Gehlenberg, ein stolzer Erdholländer. Aber es gibt hier auch einen Tierpark, und dort waren am Sonntag die Affen los, wie uns ein Bericht der Polizei aufklärt: Gleich zwei von ihnen flohen aus dem Gehege und taten sich dann recht unbekümmert in Friesoythe um.

Sperrung für den gesamten Fahrzeug- und Fußgängerverkehr

Die Flucht sei wohl möglich gewesen, so vermutet die Polizei, weil der Stromzaun des Tier- und Freizeitparks Thüle (Kreis Cloppenburg) nicht funktioniert hat. Wie auch immer, die Beamten wurden per Notruf von einem Augenzeugen herbeigerufen, der einen großen Affen auf der Straße gesehen habe, wie es hieß. Als die Polizei eintraf, entdeckte sie dann noch einen zweiten Affen; beide Tiere – den Bildern nach Berberaffen – seien auf einem Hausdach und mehreren Bäumen herumgeturnt. Was tun?

Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta
Vorturner auf dem Vogelhaus: Sein Kollege ist weiter oben zugange.

Der Polizeibericht vermerkt nüchtern: „Da ein Einfangen der Affen nicht möglich und nur über einen Schuss aus einem Betäubungsgewehr möglich gewesen wäre, wurde auf diese Maßnahme verzichtet. Zudem wäre der zweite Affe bei einem Schuss dann geflüchtet und nicht mehr einzufangen gewesen.“ Also wurde zunächst die umliegende Gegend für den Fahrzeug- und Fußgängerverkehr gesperrt, um Menschen nicht zu gefährden. Und dann hieß es warten – bis die Affen hungrig werden.

Und so geschah es dann auch: „Nachdem sich keine Menschen mehr im Umfeld der Affen befanden, trieb der Hunger sie wieder zurück in ihr Gehege.“ Die ganze Aufregung war nach zwei Stunden vorbei, die Polizei gab Entwarnung und betonte, ganz der formal-korrekte Ordnungshüter: „Eine Gefährdung für Außenstehende, mit Ausnahme einer Gefährdung für den Straßenverkehr, war zu keinem Zeitpunkt gegeben.“ (mit dpa)