Köln-Sülz - Auch die nettesten, liebsten Nachbarn können einem bisweilen suspekt werden. Umso mehr, wenn man in einem Miethaus, also in einer dicht gedrängten Hausgemeinschaft wohnt: Wenn sich da jemand als Halter von exotischen Tieren erweist, von Giftspinnen und -schlangen, dann kann es mit der Gemütlichkeit schnell vorbei sein. Jüngstes Beispiel: In Köln-Sülz ist eine giftige Korallenschlange in einer Wohnung entfleucht und erst nach einem Tag wieder aufgetaucht – nachdem das ganze Haus geräumt und versiegelt worden war.

Die wichtigste Nachricht natürlich zuerst: Der Schlange geht es gut. Sie war offenbar nicht weit gekommen und konnte in der Wohnung des Besitzers auf dem Weg zu einer Futterfalle geschnappt werden, wie die Stadt Köln auf ihrer Website mitteilte. Der Mann soll demnach elf weitere Schlangen halten. In jedem Fall scheint er die Ruhe wegzuhaben, denn er informierte die Feuerwehr erst am frühen Montagmorgen darüber, dass er das etwa 20 Zentimeter lange Giftreptil bereits seit Sonntag vermisse – es befinde sich nicht mehr in seinem Terrarium.

„Schwere Reaktionen auf das Gift sind nicht auszuschließen“

Und so versiegelten die Einsatzkräfte erst seine Wohnung und dann das ganze, immerhin zehn Mietsparteien zählende Haus. Zum Glück kamen die meisten Bewohner privat unter. Und als die Schlange wieder aufgetaucht war, durften sie nach Hause zurückkehren. Ihr Glück im Unglück: Eine Todesgefahr habe für sie nicht bestanden. Den Angaben zufolge handelte es sich um ein sechs Monate altes Jungtier mit geringerer Giftmenge. Zudem wurde die Haltung der Schlangen in der Wohnung durch das Veterinäramt der Stadt Köln „als vorbildlich“ bewertet.

Ob das eine Beruhigung ist? Immerhin, die Behörden rieten, „mit äußerster Vorsicht vorzugehen“, schließlich setze die aus Südafrika stammende Korallenschlange bei einem Biss ein Nervengift frei. Bei ausgewachsenen Tieren könnte das sogar tödlich verlaufen. Hier sei allerdings mit einer „leichten bis mittelschweren Reaktion auf einen Biss zu rechnen“, teilte die Stadt mit, wollte sich darauf allerdings nicht festlegen lassen: „Schwere Reaktionen sind nicht auszuschließen.“