Erholung nach dem Sport, einfach mal runterkommen oder die Abwehrkräfte stärken – in der Regel ist der Besuch einer Sauna gesund. Am Wochenende endete er für drei Männer tödlich. In Ennepetal (Nordrhein-Westfalen) starben die Kollegen in der Sauna eines Privathauses, die sie am frühen Samstagmorgen nach einer Nikolausfeier aufgesucht hatten. Die Obduktion hat bisher keine greifbare Todesursache ergeben. Nun sollen die Körper auf Gift untersucht werden. „Erst dann können wir wissen, ob Alkohol eine Rolle gespielt hat“, sagte der Hagener Oberstaatsanwalt Gerhard Pauli.

Auch wenn noch nicht geklärt ist, welche Rolle Alkohol in diesem Fall gespielt hat: Klar ist, der extreme Wechsel zwischen heiß und kalt beim Saunieren verträgt sich schlecht mit Alkohol. Zwar gönnen sich viele Saunagänger ein Weizenbier oder einen Prosecco zwischen den Schwitzzeiten, doch das sollte eigentlich tabu sein, denn die Kombination ist mitunter lebensgefährlich.

Alkohol weitet die Blutgefäße

In der Sauna bringen Temperaturen zwischen 70 und 100 Grad Celsius den Körper zum Schwitzen. Durch die Hitze weiten sich die Blutgefäße, dadurch fließt mehr Blut durch den Körper, Atem- und Herzfrequenz sind erhöht. Das ist bei gesunden Menschen kein Problem. Im Gegenteil: Gerade die höhere Belastung aktiviert in einem gesunden Körper die Abwehrkräfte und stabilisiert den Kreislauf.

Problematisch ist, dass Alkohol ebenfalls die Blutgefäße weitet, der Sauna-Effekt wird dadurch noch verstärkt. Wer alkoholisiert in der Sauna sitzt, bekommt noch schneller Kreislaufprobleme bis hin zu einem Kollaps. „Zudem wirkt Alkohol auf das zentrale Nervensystem und kann einen Kontrollverlust verursachen“, warnt Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten. „Die kritische Einschätzung funktioniert unter Alkohol nicht mehr.“ Es könne bespielsweise passieren, dass der Betroffene wegtritt und dadurch wesentlich länger in der heißen Sauna bleibt als empfohlen wird – eine lebensbedrohliche Situation.

Todesfälle im Zusammenhang mit Alkoholkonsum

Auch der Deutsche Sauna-Bund warnt davor, während des Saunabesuchs Alkohol zu trinken. Geschäftsführer Rolf Pieper gibt an, er habe in seiner 30-jährigen Dienstzeit nur von „einigen wenigen Todesfällen“ in Saunaräumen gehört, zumeist im Zusammenhang mit überhöhtem Alkoholkonsum. Aufgüsse mit Alkohol schätzt Wolfgang Wesiack als weniger gefährlich ein. Bei einem Schnapsaufguss verdampft Alkohol und gelangt über die Schleimhäute in den Blutkreislauf. „Die Aufnahme von Alkohol über die Atemluft ist relativ gering“, erklärt der Internist.

Auf das Saunieren verzichten sollten Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann das Saunieren zu einem Kreislaufkollaps führen. Denn durch das Weiten der Gefäße in der Hitze nimmt das Volumen in den Blutgefäßen ab und damit sinkt der Blutdruck. Außerdem drohen Herz-Rhythmus-Störungen, da die Hitze einem vorbelasteten Herzen ähnlich zusetzen kann wie extreme körperliche Anstrengungen.

Nicht mit Fieber in die Sauna

Wer unter Bluthochdruck leidet, sollte auf jeden Fall das Tauchbecken oder die Eisdusche nach dem Saunagang meiden. Die niedrige Temperatur bewirkt, dass sich die Blutgefäße wieder verengen, dadurch kann der Blutdruck sehr schnell ansteigen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel können die Folgen sein.

Nicht in die Sauna gehen sollten Menschen mit Fieber oder erhöhter Temperatur. Sonst kann die körpereigene Temperaturregelung aus dem Gleichgewicht kommen. Eine Erkältung „wegschwitzen“ gilt dagegen als gängiges Hausmittel - gegen den Versuch spricht erst einmal nichts. Es kann allerdings auch passieren, dass die Erkältung nach einem Saunabesuch beschleunigt ausbricht. (ef/dpa)

Zehn Tipps, die Sie beachten sollten, damit der Sauna-Besuch Ihnen auch wirklich guttut, lesen Sie in der Bildergalerie.