Seit wann sie ein Alkoholproblem hat, hat die Schauspielerin Jenny Elvers-Elbertzhagen nicht gesagt. Fest steht, mit ihrer Sucht ist sie kein Einzelfall. Etwa ein Drittel der Alkoholabhängigen in Deutschland sind Frauen. Und Suchtexperten vermuten eine hohe Dunkelziffer, denn Frauen trinken eher heimlich und allein. Ihre Sucht wird von Kollegen und Bekannten oft erst sehr spät bemerkt. Und auch die Wissenschaft hat sich viele Jahre eher auf alkoholkranke Männer konzentriert. Dabei werden Frauen schneller und von wesentlich geringeren Mengen abhängig.

Alkoholikerinnen wurden in den vergangenen 20 Jahren nicht beachtet und sind deshalb heute „ein sehr großes Problem“, sagt Professor Karl Mann, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung. Frauen werden schneller süchtig und tragen schwerere gesundheitliche Folgen davon. Darüber hinaus sind sie schwerer therapierbar, „weil sie aus Scham viel später als Männer Hilfe annehmen“, sagt Mann. Sie können ihre Sucht lange verstecken, weil sie trotzdem Job, Familie und Haushalt noch gut managen.

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