Beifuß-Ambrosia-Pflanzen (Ambrosia artemisiifolia) in einem Sonnenblumenfeld.
Foto: dpa/Patrick Pleul

CottbusVor allem wegen ihrer allergischen Wirkung haben sich Ambrosia-Pflanzen in Teilen Brandenburgs zu einer Plage entwickelt. Sie zu bekämpfen, ist nicht einfach, denn die Pflanze kann sich massenhaft ausbreiten. Ambrosia produziert mehrere Tausend Samen, die sehr lange keimfähig bleiben können.

Ambrosia stammt aus Nordamerika, wie kam sie zu uns?

Ambrosia wurde mit Saatgut und Futtermitteln weltweit verschleppt. Besonders Sonnenblumen-Saat und Vogelfuttermischungen waren häufig mit Ambrosia-Samen verunreinigt. Im Schwerpunktgebiet im Süden Brandenburgs wurde sie nach Angaben von Experten wahrscheinlich in den 1970er-Jahren mit Sonnenblumen-Saatgut aus Ungarn eingeschleppt.

Wo in Brandenburg ist Ambrosia am häufigsten zu finden?

Ambrosia ist vor allem im Gebiet südlich von Cottbus verbreitet. Den Schwerpunkt bildet die Region von Forst bis nach Calau. Dort sind zahlreiche Äcker, Straßenränder und kommunale Flächen betroffen. Ansonsten kommt die Pflanze eher verstreut und lokal vor, mit Häufung in den großen Städten. Der Norden Brandenburgs ist bis jetzt noch weitgehend verschont. Insgesamt sind schätzungsweise 500 Kilometer Straßenränder und etwa 5000 Hektar Ackerfläche betroffen.

Wann ist die Pflanze besonders aggressiv?

Wie auch die Pollen anderer Pflanzen, zum Beispiel Gräser, Birken, Haselnuss und Beifuß, können auch die der Ambrosia Allergien auslösen. Wichtig ist, das Blühen der Pflanzen zu verhindern. Die Hauptblütezeit der Ambrosia beginnt im Juli. Pflanzen sollten bereits vorher beseitigt werden oder zumindest gemäht sein.

Ist Ambrosia auch für Nichtallergiker gefährlich?

Nichtallergiker reagieren nicht auf Ambrosia-Pollen. Jedoch kann man auch als völlig gesunder Mensch im Laufe der Zeit eine Sensibilisierung ausbilden, wenn er über einen längeren Zeitraum einer hohen Konzentration der Pollen ausgesetzt ist. Sensibilisierung bedeutet, dass man auf einen Allergietest positiv reagiert. Wenn die Ausbreitung der Pflanze ungebremst weitergeht, könnte das einmal bis zu 20 Prozent der Bevölkerung betreffen. Das würde das Gesundheitssystem mit hohen Kosten belasten.

Was an der Pflanze ist so aggressiv?

Die Pollen verursachen bei Allergikern Heuschnupfen mit den bekannten Symptomen wie Brennen und Jucken der Augen und verstopfter Nase. Von den aggressiven Pollen reichen schon 10 bis 15 pro Quadratmeter, um allergische Reaktionen auszulösen. Über Jahre unbehandelt, kann sich sogar Asthma entwickeln.

Eine junge Ambrosia-Pflanze wächst auf einem Feld.
Foto: dpa/Soeren Stache

Warum ist der Klimawandel gut für die Pflanze?

Die Ambrosia mag es warm und trocken. Klimatische Bedingungen, wie sie zum Beispiel in Ungarn vorherrschen, scheinen optimal zu sein. Die Pflanze kann so mehrere Tausend Samen produzieren, die sehr lange keimfähig bleiben. Ambrosia kann sich massenhaft ausbreiten, wenn sie nicht bekämpft wird. Zudem ist sie ein hartnäckiges Unkraut in der Landwirtschaft.

Wie ist die Verbreitung von Ambrosia zu stoppen?

Die sicherste Variante ist: Pflanzen ausreißen und in einer Plastiktüte im Hausmüll entsorgen. Vorsichtshalber sollten Handschuhe getragen werden, da in seltenen Fällen auch leichte Hautreizungen auftreten können. Wenn die Pflanzen schon blühen, empfiehlt es sich, eine Staubmaske gegen das Einatmen der Pollen zu tragen. Wichtig ist immer, die Pollen- und Samenbildung zu verhindern.