Berlin/Sydney - Den Teufel trägt Sarcophilus harrisii nicht zufällig im Namen: Die Ohren des größten noch lebenden Raubbeutlers färben sich bei Aufregung rot. Der Beutelteufel, auch als Tasmanischer Teufel bekannt, riecht auch recht streng und kann sehr laut kreischen. Sein mitunter aggressives Verhalten gegenüber einer geschlagenen Beute, der kräftige Kiefer und die verbissen ausgefochtenen Revierkämpfe untereinander lassen schnell falsche Annahmen aufkommen. Beutelteufel können zwar Tiere bis zur Größe eines kleinen Wallabys reißen, sie ernähren sich jedoch hauptsächlich von verendenden Tieren oder Aas, sind mithin wichtig für das Ökosystem und für den Menschen in der Regel nicht gefährlich. „Sympathy for the Devil“ sollte also das Motto gegenüber den bedrohten Tieren lauten.

Lange aber war das Gegenteil der Fall: Als die Europäer Australien ab 1788 besiedelten, ließen sie sich bald auch in Tasmanien nieder und begannen, die Beutelteufel zu essen. Sie betrachteten die Tiere als Bedrohung für ihren Viehbestand und setzten Prämien aus für einen erfolgreichen Abschuss. Fallen und Gift sorgten schließlich dafür, dass der Tasmanische Teufel kurz vor dem Aussterben stand. Erst seit 1941 steht er unter Schutz, der Bestand erholte sich – bis eine Gesichtskrebserkrankung den Tieren schwer zusetzte.

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