Berlin - Jetzt kehrt hoffentlich etwas mehr Ruhe ein. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA bleibt nach einer erneuten Überprüfung bei ihrer Einschätzung: Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ist sicher und gut wirksam gegen Covid-19. Ja, es gibt Nebenwirkungen, auch seltene und gefährliche. Die gibt es immer. Ein Impfstoff ist kein Wundermittel.

Dass die Liste der möglichen Risiken erweitert wird, mag im ersten Moment vielleicht wenig beruhigen. Aber dass alle Corona-Impfstoffe auf Grundlage wissenschaftlicher Daten beurteilt und fortlaufend überprüft werden, schafft Sicherheit und Vertrauen. Es ist gut zu wissen, dass regulatorische Instanzen, zu denen die EMA zählt, Ruhe bewahren und sich von emotionalen Debatten nicht leiten lassen. Das ist ihre Aufgabe. Genau das machen auch die Ständige Impfkommission und das Paul-Ehrlich-Institut.

Natürlich bleibt immer ein Risiko. Niemand möchte zu den Fällen mit seltenen Nebenwirkungen gehören. Dennoch ist zu hoffen, dass wir mit den Impfungen nun schneller vorankommen. Jede weitere Verzögerung kostet Leben.

Es wurde schon so viel geschafft. Innerhalb eines Jahres so viele gute Impfstoffe gegen Covid-19 zu haben, ist nicht normal. Todesfälle wurden vermieden. Das ist ein riesiger Erfolg. Gleichzeitig sind wir bereits am Beginn der dritten Welle. Die Virusmutanten verbreiten sich immer schneller. Daher dürfen wir uns nicht verhaspeln. Wer kann jetzt wann welchen Impfstoff bekommen? Diese Fragen drängen und darauf braucht es klare Antworten.

Für Nicht-Mediziner ist das Hin und Her – Astrazeneca gut oder schlecht – schwer zu verstehen. Die meisten von uns sind keine Virologen und Immunologen und sollten sich auch nicht als solche versuchen. Es kommt daher mehr denn je auf die Kommunikation an – und zwar sowohl von den Behörden als auch der Politik.