Walhaie können bis zu 14 Meter lang werden und sind damit die größten Fische der Welt.
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Anhand von Auswirkungen der oberirdischen Atomtests vor rund 60 Jahren haben Wissenschaftler die Alterung von Walhaien bestimmt. Der Zerfall von Kohlenstoff-Isotopen diente dem internationalen Forscherteam dazu, das Alter zweier in Pakistan und Taiwan konservierter Walhaie zuverlässig nachzuweisen, wie sie im Fachblatt Frontiers in Marine Science berichten.

Der Walhai (Rhincodon typus) ist mit einer Länge bis zu 14 Metern der größte Fisch der Welt. Wegen weltweit sinkender Bestände wird die Art auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als stark gefährdet eingestuft.

Bedeutung der Atomtests

„Obwohl sich unser Verständnis von Mobilität, Verhalten, Vernetzungsgrad und Verteilung von Walhaien in den letzten zehn Jahren drastisch verbessert hat, bleiben grundlegende Daten zur Lebensgeschichte wie Alter, Lebensdauer und Sterblichkeit unbekannt“, schreiben die Forscher um Joyce Ong von der Rutgers University in New Brunswick, US-Staat New Jersey. Für den Schutz der Tiere sei eine zuverlässige Altersbestimmung entscheidend. Bei Knochenfischen kann man dazu die sogenannten Otolithen untersuchen – Gehörsteine im Schädel, die Wachstumsringe enthalten.

Knorpelfische wie Haie und Rochen haben diese Strukturen nicht. Sie enthalten aber an den Wirbeln Wachstumsbänder, deren Zahl mit dem Alter steigt. Umstritten war nach Aussagen der Forschern, ob sie jährlich oder halbjährlich gebildet werden. Diese Frage klärte das Team mit Hilfe der oberirdischen Atomtests, die die USA, die Sowjetunion, China, Frankreich und Großbritannien während der 1950er- bis in die 1960er-Jahre durchführten. Die Tests steigerten in der Atmosphäre und auch in den Ozeanen den Gehalt des Kohlenstoff-Isotops C-14 deutlich.

Bis zu 100 Jahre alt

Das Isotop wird von Lebewesen über Luft, Wasser und Nahrung aufgenommen und lagert sich im Körper ein. Da es in der Umgebung stetig zerfällt, gibt die Konzentration im Körpergewebe Aufschluss über den Zeitpunkt der Einlagerung. Das Resultat glichen die Forscher mit der Zahl der Wachstumsringe in den Walhai-Wirbeln ab. „Wir fanden heraus, dass definitiv ein Wachstumsring pro Jahr gebildet wurde“, sagte einer der Forscher.

Dabei habe sich bestätigt, dass die größten Walhaie tatsächlich sehr alt werden können, etwa bis zu 100 Jahre. Anhand der Altersbestimmung könne man nun die Wachstumsrate der Tiere und andere Daten zuverlässig bestimmen, so das Team. Dies sei nötig, um Strategien zum Schutz der Art zu entwickeln.