Berlin - Das Volk ist im Alarmzustand. Aber keineswegs in Panik. Schließlich gilt es, möglichst effektiv eine Epidemie abzuwehren. Da müssen alle ihren Beitrag leisten. Also bleibt jeder in seiner eigenen Clique und reduziert die Kontakte zu anderen Gruppen. Die Gesellschaft insgesamt rückt weiter auseinander. Und wer für die Gemeinschaft besonders wertvolle Dienste leistet, wird auch besonders gut geschützt. Eine Art Impfprogramm kommt ins Laufen.

Dieses ausgetüftelte Konzept zur Krankheitsbekämpfung ist keineswegs eine menschliche Erfindung. Es funktioniert vermutlich seit Urzeiten in den Kolonien von Mitteleuropas häufigster Ameise: der Schwarzen Wegameise. „Das ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Tiere zum Schutz vor Infektionen ihr Sozialverhalten ändern“, sagt Sebastian Stockmaier von der University of Texas in Austin. Mit Kolleginnen und Kollegen aus den USA und Großbritannien hat der Biologe kürzlich eine ganze Reihe von solchen Fällen zusammengetragen. Die Idee des Social Distancing ist demnach keineswegs neu. In vielen Tiergesellschaften von Insekten über Fische und Vögel bis hin zu Säugetieren hat es sich im Laufe der Evolution offenbar gut bewährt.

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