München - Sich genau an etwas erinnern zu können, Informationen bei Bedarf abzurufen, um zielgerichtet Entscheidungen zu treffen – solche Fähigkeiten gestehen wir Menschen vor allem uns selbst zu, allenfalls noch unseren Artverwandten aus dem Tierreich. Doch für ein gutes Gedächtnis braucht es weder Nervensystem noch Gehirn, wie Forscher berichten.

Ein Beispiel ist der Schleimpilz Physarum polycephalum. Wenn der glibberige, knallgelbe Organismus bei seinen Streifzügen nach Nahrung auf ergiebige Quellen stößt, merkt er sich die Stellen genau. Dazu webt er die Erinnerung an die Nahrungsorte in Form einer nach dem Kontakt mit der Nahrung gebildeten Chemikalie in die Architektur seines Körpers ein. Die in seinem Gedächtnis gespeicherten Informationen nutzt der Schleimpilz für künftige Richtungsentscheidungen – je nachdem, welche Nahrungsquelle sich aufzusuchen lohnt. Das berichteten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation (MPI-DS) und der Technischen Universität München im Fachjournal PNAS.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.