Wien - Der Tiergarten Schönbrunn hat coronabedingt geschlossen. Und doch erreichen uns aus dem Wiener Zoo auch gute Nachrichten: Es gibt Nachwuchs bei den Affen. „Unsere Kaiserschnurrbarttamarine Tamaya und Purple haben Drillinge bekommen“, freute sich Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck am Dienstag, „Markenzeichen dieser Krallenaffenart ist ihr langer, weißer Schnurrbart, den Weibchen und Männchen tragen. Auch bei den drei Winzlingen ist der Bartansatz bereits gut zu sehen.“

Der letzte Nachwuchs bei den Kaiserschnurrbarttamarinen (Saguinus imperator) liegt schon fünf Jahre zurück. Die Drillinge sind am 1. Dezember zur Welt gekommen. Ohne Schwänzchen sind die Kleinen etwa fünf Zentimeter groß. Ob es sich um Weibchen oder Männchen handelt, konnten die Tierpfleger noch nicht erkennen. Für Tamaya und Purple ist es der erste Nachwuchs. Die Drillinge halten vor allem Vater Purple ordentlich auf Trab. Bei der Affenart ist die Jungenaufzucht nämlich Sache der Männchen.

Foto: dpa/Daniel Zupanc/Tiergarten Schönbrunn
Vater Purple und sein Nachwuchs – das Männchen ist für die Aufzucht zuständig.

Hering-Hagenbeck: „Den Großteil der Zeit trägt der Vater die Jungtiere auf seinem Rücken. Werden die Kleinen hungrig, übernimmt sie die Mutter zum Säugen.“ Mit jedem Tag werden die Affen-Minis mutiger. Sie unternehmen schon erste eigene Kletterversuche. Krallen an Fingern und Zehen geben ihnen dafür den nötigen Halt. Heimisch sind die putzigen Kaiserschnurrbarttamarine in den Regenwäldern Südamerikas. Die Bestände sind rückläufig, die Weltnaturschutzunion IUCN ordnet den Kaiserschnurrbarttamarin aber derzeit als „nicht gefährdet“ ein.