Eines der geretteten Tiere.
Foto: Polizei Frankfurt am Main

Berlin/Frankfurt am MainDer besorgte Anruf ging am frühen Mittwochnachmittag bei der Polizei in Frankfurt am Main ein. Eine Spaziergängerin hatte auf ihrer Runde am Main zunächst wimmernde Laute gehört. Die aufmerksame Frau entdeckte zwischen den Ästen eines Baumes im Frankfurter Stadtteil Fechenheim schließlich ein eingeklemmtes Waschbär-Baby. Sie alarmierte daraufhin die Polizei. 

Vor Ort entdeckten die Helfer im Baum noch ein zweites Jungtier, offenbar das Geschwisterchen des eingeklemmten Vierbeiners, der in seiner hilflosen Lage herzerweichende Töne von sich gab. Beide Tiere waren laut Polizei ziemlich abgemagert. Die Rettung ließ sich dann dank einer großen Leiter und eines herbeigerufenen Tierfreundes aus der Gegend fix organisieren. Mit einem gezielten Griff wurde das Tier aus der Klemme geholt, die beiden sichtlich unterernährten und offenbar verwaisten Waschbären kamen schließlich „in fachkundige Hände“ nach Gelnhausen.

Ein geübter Griff und das Waschbärbaby ist befreit.
Foto:  Polizei Frankfurt am Main

Waschbären kamen zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Pelzlieferanten aus Nordamerika nach Europa und fristeten ihr Dasein in der Folge hauptsächlich in Pelzfarmen. Mit dem Ziel, ihn hierzulande anzusiedeln, wurde Procyon lotor 1934 in Hessen erstmals bewusst ausgesetzt. Stand der Waschbär in den Folgejahren seiner Ansiedlung noch unter Naturschutz, nahm Hessen den Kleinbären als erstes Bundesland in das Jagdrecht auf. Heute fällt er in fast allen Bundesländern darunter.