Potsdam - In einem agrarisch geprägten Flächenland wie Brandenburg finden wilde Tiere oftmals keine guten – sondern eher feindliche, eben tödliche Lebensbedingungen vor. In einer aktuellen Bestandsaufnahme des Landesamtes für Umwelt (LfU) werden 6000 Tierarten als gefährdet eingestuft. Auf der Roten Liste stehen demnach 581 Arten als akut gefährdet, 389 Arten sind hier bereits ausgestorben. Dazu zählen nach Angaben von LfU-Sprecher Thomas Frey zum Beispiel das Birkhuhn, der Kampfläufer und die Moorente.

Starke Abwärtstendenz bei den Feldvögeln

„Auch vom Seggenrohrsänger gibt es in den letzten Jahren keine Nachweise mehr“, ergänzt der Sprecher. Auerhuhn, Löffelente und Brachpieper seien in der Mark vom Aussterben bedroht. Den alarmierenden Befund bestätigt auch Heidrun Schöning vom Naturschutzbund in Brandenburg (Nabu): „Wir haben schon lange darauf hingewiesen, dass es vor allem die Feldvögel sind, die starke Abwärtstendenzen aufweisen.“ Und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) zufolge waren in Brandenburg zuletzt 26 Vogelarten vom Aussterben bedroht.

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In Brandenburg nicht mehr nachweisbar: der Kampfläufer.

Die Gründe für die negative Entwicklung sind vielfältig. Hauptursachen sind laut dem LfU neben der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung das Austrocknen von Gewässern und Mooren und besonders im urbanen Ballungsraum um Berlin auch die weitere Zersiedlung, Versiegelung und Zerschneidung der Landschaft. „Erschwert werden die Schutzbemühungen durch die klimatischen Veränderungen mit teilweise katastrophalen Auswirkungen der letzten aufeinanderfolgenden extremen Trockenjahre“, erklärt Frey den besorgniserregenden Trend.

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Das Brutkleid des Moorentenerpels ist leuchtend kastanienbraun mit weißen Augen.

„Insgesamt ist nur durch gezielte Artenschutzprogramme der Trend des Artensterbens zu stoppen“, sagte Bund-Naturschutzreferent Axel Heinzel-Berndt von der Landesgeschäftsstelle Brandenburg. Immerhin: Laut Frey konnte über intensive Schutzmaßnahmen das Aussterben der Großtrappe in Brandenburg verhindert und der Bestand auf mittlerweile 400 Tiere erhöht werden. Hinzu kommen gezielte Wiederansiedlungen wie die des Wolfes. „Auch Auerhuhn und der Goldene Scheckenfalter wurden in den letzten zehn Jahren bereits erfolgreich wieder angesiedelt.“ (mit dpa)