Borneo - Gute Neuigkeiten aus dem Dschungel von Borneo: Den zehn Orang-Utans, die vor rund zwei Wochen mit dem Helikopter in die Schutzwälder Kehje Sewen und Bukit Batikap ausgewildert wurden, fühlen sich in ihrem neuen Habitat sehr wohl. Das teilte die betreuende BOS Foundation (Borneo Orangutan Survival) am Sonntag mit. Es war demnach das erste Mal seit Beginn des Corona-Lockdowns, dass eine Gruppe der rotbraunen Menschenaffen in die Freiheit entlassen wurde. Die Aktion fand unter strengen Hygieneauflagen statt.

Nach den Auswilderungen geht die Arbeit von BOS allerdings weiter. Wie die indonesische NGO berichtet, folgen nun sogenannte „Post-Release-Monitoring (PRM)-Teams jeder Spur der ‚Neuen Wilden‘. Sie wollen herausfinden, ob die Tiere sich in der neuen Umgebung einleben. Sie dabei aufzuspüren, ist manchmal eine echte Herausforderung: Orang-Utans bewegen sich hoch in den Bäumen, sind – abgesehen von der sehr engen Mutter-Kind-Beziehung in den ersten acht Jahren – fast immer allein unterwegs und dabei meistens eher geräuschlos.“

Orang-Utans sind bestens gewappnet fürs Abenteuer im Dschungel

Dennoch gelang es einem Team, den beiden Männchen Freet, 27, und Juve, 25, sowie dem 28-jährigen Weibchen Britney auf den Fersen zu bleiben. „Freet, Juve und Britney scheinen sich vorbildlich in ihrem neuen Zuhause im Kehje-Sewen-Wald einzuleben“, so die BOS. Die Tiere seien bestens gewappnet für „all die Abenteuer“, die sie nun erwarteten. Auch von den anderen Orang-Utans, die im Bukit-Batikap-Schutzwald in Zentral-Kalimantan freigelassen wurden, gibt es gute Neuigkeiten:„Nenuah, Noel, Hugus und Bali wurden bereits mehrfach gesichtet, und die Freiheit scheint ihnen gut zu bekommen“, hieß es.

Die Primaten haben allesamt Schlimmes erlebt. Bali zum Beispiel wurde von einer Plantage im indonesischen Zentralkalimantan gerettet. Er kam am 16. Januar 2003 im Alter von vier Monaten in ein Rettungszentrum der BOS und und wog 2,8 Kilogramm. Wie so viele andere seiner verwaisten Artgenossen war auch er in einem sehr schlechten Gesundheitszustand. Unter der Haut steckten zwei Luftgewehrkugeln, und im Gesicht und auf der Brust begann sich die Haut abzulösen. Zudem war sein rechtes Bein gebrochen. Bali benötigte intensive und unverzügliche Behandlung durch das Ärzteteam – sonst wäre er gestorben.

Seine Auswilderung sowie die Freilassung der sechs weiteren Männchen und drei Weibchen, darunter ein Mutter-Kind-Paar, fand am 16. Februar statt. Mit an langen Leinen befestigten Boxen wurden die Tiere per Helikopter in die entlegenen Auswilderungswälder transportiert. So sollte vermieden werden, Dörfer und Siedlungen zu durchqueren, um das Risiko für Ansteckungen inmitten der Virus-Krise so gering wie möglich zu halten. (mit dpa)