BerlinOb Handwerker oder Joggerin: Sind die Kniekehlen geschwollen, geht nur noch wenig. Man hat ein ständiges Druckgefühl und Schmerzen. Experten sprechen hier von der Bakerzyste. Das ist eine Aussackung der Kniegelenkkapsel, welche sich in der Kniekehle bildet, wie Professor Sven Ostermeier erläutert. Er ist leitender Orthopäde der Gelenk-Klinik Gundelfingen.

In der Regel entstehen Ausstülpungen durch Verletzungen wie Meniskusrisse oder Verschleißerscheinungen wie Arthrose. Diese Prozesse führten dazu, dass der Körper vermehrt Gelenkflüssigkeit produziere, so Ostermeier. „Kann die Gelenkkapsel diese Flüssigkeit nicht mehr halten, stülpt sie sich aus.“ Die Folge sei ein Erguss im Kniegelenk – oft wird hier auch von „Wasser im Knie“ gesprochen.

Erst schonen, dann kühlen, dehnen und vorsichtig bewegen

Wer so eine Zyste hat, sollte starke Belastungen des Knies vermeiden oder zumindest reduzieren. Das gilt besonders für alle, die ihre Knie im Job permanent bewegen. Nach ein paar Tagen Schonzeit verschwinden kleinere Zysten oft. Gegen die Beschwerden hilft kühlen und dehnen. Bewegung, insbesondere Fahrrad fahren, tut ebenfalls gut.

Aus medizinischer Sicht lassen sich sehr kleine Zysten oft mit entzündungshemmenden Mitteln behandeln, kombiniert mit Physiotherapie. Auch Gelenkspiegelungen, Arthroskopien genannt, können helfen.

Nicht so einfach zu beantworten sei die Frage, wie man so einem Kniegelenkerguss vorbeugen kann, erklärt Ostermeier. Denn es gebe viele mögliche Ursachen. Der Erguss sei mehr oder weniger ein Symptom. Vorbeugend müsste also der Auslöser gefunden und behandelt werden, um die Entstehung des Ergusses zu verhindern.