BerlinEs ist fast wie bei einer Lotterie. Während viele Leute bei einer Infektion mit Sars-CoV-2 kaum etwas merken, landen andere auf der Intensivstation. Manche Patienten müssen sogar künstlich beatmet werden. Nicht wenige versterben. In verschiedenen Studien befassen sich Berliner Forscher mit den Ursachen für diese schweren Verläufe, um Ansätze für Therapien zu finden und möglichst viele Leben zu retten.

„Die gemeinsame Frage ist, wie es zur Eskalation in Richtung eines schweren Krankheitsverlaufs kommen kann“, sagt der Systembiologe Emanuel Wyler, der an drei neuen Studien beteiligt ist. Zwei sind bereits auf sogenannten Preprint-Servern veröffentlicht worden. Eine ist noch in Vorbereitung. „Wir schauen sehr detailliert und auf der Ebene von einzelnen Zelltypen, wo quasi die Weiche falsch gestellt wird.“ Wyler arbeitet am Berliner Institut für Medizinische Systembiologie (BIMSB), einer Einrichtung des Max-Delbrück-Centrums (MDC) für Molekulare Medizin am Standort Berlin-Mitte. Er untersucht die Vorgänge in einzelnen Gruppen von Zellen, um genau herauszufinden, was in ihnen bei einer Sars-CoV-2-Infektion vorgeht. Die Einzelzellanalyse ist ein noch recht junger Zweig der molekularbiologischen Grundlagenforschung. Hier werden unter anderem große Datenmengen aus der Gen-Sequenzierung von Zellen gewonnen.

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