Der Fuchs ist ein aufmerksamer Beobachter.
Foto: imago images/Blickwinkel/W. Pattyn

Berlin - Oben orangerotes Fell, unten weißes, dazu ein buschiger Schwanz und bernsteinfarbene Augen: Füchse sind ausnehmend schöne Tiere. Sie faszinieren die Menschen schon sehr lange: Etwa 15.000 v. Chr. malte man sie in Lascaux und Altamira an Höhlenwände, ihre Knochen fanden sich in urzeitlichen Tempeln, indische, germanische, japanische Gottheiten hatten Füchse an ihrer Seite oder verwandelten sich in sie. Goethe schrieb „Reinecke Fuchs“, Reime und Kinderlieder besingen seine Lust auf Geflügel, Märchen, Novellen, Romane widmen sich seinem Überlebenstalent, seiner kriminellen Energie und sinnlichen Ausstrahlung.

Katrin Schumacher streift in ihrem Buch sichtlich fasziniert durch Wälder, Kürschnerwerkstätten, Kunst- und Literaturgeschichte, beleuchtet die erotischen Qualitäten des rostroten weichen Fells, den Charme, die sprichwörtliche Schlauheit und vermeintliche Hinterlist seines Trägers. Natürlich informiert sie auch über Biologie und Lebensgewohnheiten des Fuchses, der aber, so viel ist nach der Lektüre dieses Buchs klar, in Büchern und Kunst mindestens ebenso lebendig ist wie tief im Wald – oder mitten in Berlin. Aus all dem, lässt sich, unterstützt von den Überlegungen Schumachers, nicht nur einiges über ein Wildtier, sondern auch über Menschen und ihre jeweiligen Projektionen, Vorlieben und Fantasien lernen.

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