BerlinIn Berlin werden positive Corona-Proben künftig auch auf die bekannten Virusmutationen hin überprüft. Wie die Charité mitteilte, soll auf diese Weise ein besserer Überblick darüber gewonnen werden, wie stark sich die Sars-CoV-2-Mutationen bereits in der Hauptstadt verbreitet haben.

Insbesondere stehen dabei die in England verbreitete Variante B.1.1.7 sowie die in Südafrika nachgewiesene Mutation B.1.351 im Fokus. Beide Linien tragen Mutationen im Haupt-Oberflächenprotein, dem Spikeprotein, das sich an den menschlichen Rezeptor anheftet. Dies könnte dem Virus den Zugang zu den Zellen erleichtern. Die Mutanten gelten daher als deutlich ansteckender.

Die zusätzlichen Laboruntersuchungen erfolgen aktuell im Institut für Virologie der Charité. In Kürze wird die Diagnostik von Labor Berlin, dem gemeinsamen Tochterunternehmen von Charité und Vivantes, weitergeführt. Die Tests sollen noch in dieser Woche beginnen und fester Bestandteil der Teststrategie in Berlin sein. Damit soll sichergestellt werden, dass auch andere Veränderungen des neuartigen Coronavirus frühzeitig entdeckt werden.

Nachweis von Virusvarianten durch mehrere PCR-Tests

Um zu bestimmen, ob es sich um die englische oder südafrikanische Virusvariante handelt, werden verschiedene Analysen per PCR, der Polymerase-Kettenreaktion, hintereinandergeschaltet. Der erste PCR-Test prüft, ob die Probe bestimmte Abschnitte des Erbguts von Sars-CoV-2 enthält. Er gibt Aufschluss darüber, ob die getestete Person infiziert ist oder nicht.

Positive Proben werden anschließend mittels einer weiteren PCR daraufhin überprüft, ob sie die Mutation N501Y beherbergen. Diese sogenannte Markermutation tritt unter anderem in der englischen, südafrikanischen und in einer brasilianischen Virusmutante auf. Um schließlich die einzelnen Varianten zu unterscheiden, werden Proben, die die N501Y-Mutation aufweisen, auf zusätzliche Markermutationen hin untersucht.

Wie die Charité mitteilt, erhalten die positiv getesteten Personen keine Auskunft darüber, ob sie sich mit einer Sars-CoV-2-Mutation infiziert haben. Sie bekommen auf den bisher üblichen Wegen mitgeteilt, ob sie Corona-positiv oder -negativ sind.

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