Berlin - Kurz vor Weihnachten hatten die Ärzte der DRK Kliniken Berlin Westend einen rätselhaften Fall zu behandeln. Ein junger Mann, 27, kam mit hohem Fieber bis 40 Grad, Erbrechen, Durchfall und starken Bauch-, Kopf- und Gliederschmerzen in die Rettungsstelle. Er wurde auf Sars-CoV-2 getestet, war aber negativ. „Wir vermuteten eine chronisch entzündliche Darmerkrankung und behandelten ihn entsprechend“, berichtet Andreas Sturm, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Schwerpunkt Gastroenterologie. Doch dann entwickelte der Patient auch noch eine deutliche Herzschwäche – und das passte nicht ins Bild.

Weil die Entzündungswerte im Blut stark erhöht waren und sich ein Organversagen entwickelte, erhielt er hochdosiertes Kortison durch die Vene. Das besserte seinen Zustand aber zunächst nur wenig. Am fünften Behandlungstag war das medizinische Rätsel gelöst. Der junge Mann litt unter einem Multisystemischen Entzündungssyndrom bei Erwachsenen, auf Englisch Multisystemic Inflammatory Syndrome in Adults (MIS-A) infolge einer Corona-Infektion. In der Zwischenzeit hatte nämlich ein Antikörper-Test den Nachweis erbracht, dass der Patient eine Infektion mit Sars-Cov-2 gehabt haben musste.

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